Estland: Europa sollte die Unterstützung für die Ukraine trotz Haushaltsproblemen nicht reduzieren.
Nach Angaben von ТСН: Europa sollte die Unterstützung für die Ukraine nicht verringern, selbst wenn einige Länder mit Haushaltsproblemen konfrontiert sind. Es geht um die Grundlagen der liberalen Demokratie und um die Rettung von Menschenleben.
Diese Meinung äußerte der estnische Finanzminister Jürgen Ligi während der CEE Forum-Konferenz in Wien in einem Kommentar für Bloomberg.
Unveränderlichkeit der Hilfe erforderlich
Er betonte, dass die Frage der Unterstützung für die Ukraine keinerlei Einschränkungen unterliegen kann, wenn es um fundamentale Werte und Sicherheit geht.
Nutzung eingefrorener Vermögenswerte
Ligi äußerte auch die Hoffnung, gefrorene russische Vermögenswerte zur Unterstützung der Ukraine nutzen zu können, aber derzeit wird dieser Mechanismus auf EU-Ebene kaum diskutiert.
Bedrohung der Einheit der Allianzpartner
Der Minister stellte fest, dass eine der wichtigsten Bedrohungen die mögliche Untergrabung der Einheit unter den Alliierte ist.
„Die größte Herausforderung im Moment ist die Zerüttung der Einheit der Alliierte, und ich denke, dass wir dem entgegenwirken müssen, auch in Europa“,- betonte er.
Bloomberg weist darauf hin, dass Jürgen Ligi für seine strenge Haushaltsführung bekannt ist. Nach der Rezession 2008 initiierte er harte Sparmaßnahmen in Estland.
Schutz und Verantwortung
Dennoch hat Estland während seiner Amtszeit als Finanzminister seine Militärausgaben erheblich erhöht, aus Angst vor einer Bedrohung durch Russland.
Ligi betonte auch, dass Europa bereit sein müsse, mehr Verantwortung zu übernehmen, falls die Unterstützung aus den USA verringert wird.
„Europa muss weiter die Ukraine finanzieren, wenn die USA sich von ihren Verbündeten abkapseln“,- sagte er.
Er fügte hinzu, dass die Unterstützung für die Ukraine unzureichend sei und andere liberale Demokratien aktiver in dieser Angelegenheit involviert sein sollten.
Darüber hinaus wurde zuvor über erhebliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Europäischen Union hinsichtlich der Nutzung eines Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro berichtet, der der Ukraine gewährt werden soll. Auch in der Slowakei wurde eine Änderung des Formats der Unterstützung für die Ukraine angekündigt.
Daher ist die Position Estlands klar: Unterstützung für die Ukraine ist nicht nur eine Frage wirtschaftlicher Interessen, sondern auch eine Frage der Werte, die auf dem Spiel stehen. Die Bedeutung der Einheit unter den europäischen Verbündeten wächst angesichts des Drucks von Russland. Ein ständiger Dialog und die aktive Teilnahme aller Länder sind notwendig für die Stabilität in der Region.
Lesen Sie auch
- Endgültige Niederlage für Wowk: Warum die Justizreform in der Ukraine weiterhin auf der Kippe steht
- Flucht aus der Krim: Warum russische Beamte ihre Familien bis zum 21. Juni in Sicherheit bringen wollen
- G7-Gipfel: Neue Luftabwehrsysteme und verschärfte Sanktionen für die Ukraine beschlossen
- G7-Gipfel in Évian: Trump räumt ein, dass Putin keinen Frieden in der Ukraine will
- Moskau muss mit Konsequenzen rechnen: Selenskyj droht nach Angriff auf Lawra mit Vergeltung
- Nach Kündigung wegen Israel-Brief: Anwältin strebt ins US-Repräsentantenhaus – Vorwahlen in Colorado

