Frankreich schafft die 'eheliche Pflicht' ab: Was das für Paare bedeutet.
Das Ende einer veralteten Rechtsauffassung
Nach Angaben von TSN.ua: Frankreich hat einen bedeutenden Schritt für den Schutz der Rechte in der Ehe getan. Am 28. Januar 2025 verabschiedete die Nationalversammlung einstimmig ein Gesetz, das die sogenannte 'eheliche Pflicht' zu intimen Beziehungen abschafft. Mit 106 Ja-Stimmen und keiner einzigen Gegenstimme wurde damit klargestellt, dass es im französischen Recht keine Verpflichtung zu sexuellen Handlungen zwischen Ehepartnern mehr gibt. Diese Entscheidung markiert einen tiefgreifenden Wandel im französischen Familienrecht.
Auslöser für die Gesetzesänderung waren mehrere Gerichtsurteile, die eine rechtliche Grauzone offenlegten. Bereits 2019 hatte das Berufungsgericht in Versailles einem Mann recht gegeben, der die Scheidung einreichte, weil seine Frau sich weigerte, intim zu werden. Im Januar 2025 korrigierte jedoch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ein ähnliches Urteil und gab einer klagenden Frau recht. Diese widersprüchliche Rechtsprechung machte den dringenden Handlungsbedarf für den Gesetzgeber deutlich.
Folgen der neuen Rechtslage
Die Abgeordnete Marie-Charlotte Garin betonte, das Gesetz sei ein Schritt zur Überwindung von Zwang in der Ehe.
Das neue Gesetz beseitigt die bisherige Rechtsunsicherheit und stellt klar: Zustimmung ist auch in der Ehe nicht verhandelbar. Damit wird ein archaisches Konzept überwunden, das lange Zeit die Autonomie des Einzelnen in der Partnerschaft einschränkte. Diese Entwicklung ist ein Meilenstein für die Menschenrechte in Frankreich, da sie das Recht auf persönliche Entscheidungsfreiheit in intimen Fragen gesetzlich verankert.
Die Abschaffung der 'ehelichen Pflicht' fördert die Gleichberechtigung in der Partnerschaft und entlastet beide Seiten von einem überholten Erwartungsdruck. Sie unterstreicht die Bedeutung einvernehmlicher Beziehungen und könnte gesellschaftliche Normen nachhaltig verändern. Der Schritt reflektiert einen modernen Rechtsbegriff, der die körperliche Selbstbestimmung über traditionelle Rollenbilder stellt.
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