Exklusiv-Interview: Ex-Minister Galuschtschenko zu Vorwürfen und der Energoatom-Krise.

Exklusiv-Interview: Ex-Minister Galuschtschenko zu Vorwürfen und der Energoatom-Krise
Exklusiv-Interview: Ex-Minister Galuschtschenko zu Vorwürfen und der Energoatom-Krise

Zu den Vorwürfen: Geschäftsbeziehungen und die Lage bei Energoatom

Nach Angaben von TSN.ua: In einem exklusiven Interview äußerte sich der ehemalige Energieminister Herman Galuschtschenko zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Er thematisierte seine Verbindungen zum Unternehmer Timur Mindich und nahm Stellung zum Korruptionsskandal um das staatliche Unternehmen Energoatom. Die Bekanntschaft mit Mindich datiert Galuschtschenko auf die Jahre 2017 oder 2018; ihre Kinder seien gemeinsam auf eine Schule in Kiew gegangen. Entschieden wies er jedoch die Darstellung des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU) zurück, ihm gehöre ein Haus, das mit dem ehemaligen Innenminister Vitali Sachartschenko in Verbindung gebracht werde. Diese Immobilie habe er ganz regulär auf dem freien Mietmarkt angemietet.

Zur Situation bei Energoatom erklärte Galuschtschenko, das Unternehmen sei tatsächlich defizitär gewesen. Es habe die Hälfte seiner Warenproduktion für einen symbolischen Preis von einer Kopeke abgegeben. Nach seiner Ernennung zum Energieminister im Jahr 2021 habe er das Finanzmodell von Energoatom reformiert, was zu einer Senkung der Stromtarife für die Bevölkerung führte. Als Beispiel für den Erfolg nannte er das Kernkraftwerk Saporischschja, das 2021 erstmals eine Leistung von über sechs Gigawatt erbracht habe. Im Februar 2022 seien 15 Atomblöcke in Betrieb gewesen. Die Energiewirtschaft war schon vor dem Krieg ein neuralgischer Punkt für die ukrainische Wirtschaft.

Kommunikation mit dem Präsidenten und Reaktion auf Ermittlungen

Galuschtschenko berichtete zudem von seiner Kommunikation mit dem Präsidenten während des Krieges, insbesondere bei massiven Beschusslagen. Er habe sich an Igor Mironjuk als Rechtsanwalt gewandt, den er noch aus seiner Zeit im Justizministerium kenne. Auf die Informationen des NABU reagierte er mit Unverständnis und sagte wörtlich:

„Als ich das hörte, hatte ich viele Fragen, ob das der Wahrheit entspricht.“

Galuschtschenko betonte, es sei der „Eindruck entstanden, alle Schuldigen seien bereits benannt“. Er fügte an, dass ohne den großangelegten Krieg und den Verlust des Kernkraftwerks Saporischschja der Stromtarif weiterhin auf einem niedrigen Niveau geblieben wäre. Seine Aussagen beleuchten die komplexe Gemengelage im ukrainischen Energiesektor und seine persönliche Sicht auf die Vorgänge bei Energoatom.

Die Stellungnahmen von Herman Galuschtschenko unterstreichen, wie entscheidend die Transformation des Energiesektors für die Ukraine in Kriegszeiten ist. Die Reform des Finanzmodells von Energoatom und die Tarifsenkungen könnten die Energieversorgungssicherheit des Landes langfristig prägen. Gleichzeitig zeigen die Korruptionsvorwürfe und Versuche, ihn mit früheren Skandalen in Verbindung zu bringen, wie fragil das Vertrauen in staatliche Institutionen bleibt. Die weiteren Schritte der NABU-Ermittlungen und der staatlichen Antikorruptionspolitik werden hier richtungsweisend sein.


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