Wasserkreuz-Kutya am 5. Januar: Symbolik und Rezept des hungernden Gerichts.
Nach Angaben von ТСН: Kutya ist für die Ukrainer nicht nur ein Essen, sondern ein symbolisches rituelles Gericht, das mit wichtigen winterlichen Feiertagen assoziiert wird. Man bereitet sie dreimal zu: an Heiligabend (24. Dezember), am Silvesterabend (31. Dezember) und am Wasserkreuzheiligabend (5. Januar).
Die Besonderheit der Kutya am Wasserkreuz liegt in ihrer Symbolik und dem Zubereitungsprozess. Die Wasserkreuz-Kutya spiegelt das Ende des Weihnachts- und Neujahrszyklus wider, Dankbarkeit und Reinigung. Dieses Gericht wird auch hungernde Kutya, dritte Kutya oder Wasserkreuz-Kutya genannt.
Symbolik der Wasserkreuz-Kutya
In den Volksbräuchen symbolisiert diese Kutya Reinigung und Abschied von den Feiertagen, Dankbarkeit für das vergangene Jahr und die spirituelle Erneuerung. Nach diesem Heiligen Abend tritt man in eine neue Periode ein – nach dem geweihten Wasser endet der strenge Fastenmonat.
Die hungernde Kutya ist gemäßigter als die großzügige Kutya, die als die sättigendste und farbenfrohste gilt, und einfacher im Vergleich zur Heiligabend-Kutya, die die strengste und bedeutendste ist.
Die Wasserkreuz-Kutya ist karg, aber gleichzeitig sehr bescheiden. Sie wird ohne Milch, Sahne, Butter und überflüssige Süßigkeiten zubereitet. Zum Beispiel war sie im Polissja fast ungesüßt, in Podillia fügte man manchmal ein wenig Honig hinzu, und in Galizien konnte Honig mit geweihtem Wasser verdünnt werden.
Klassisches Rezept der hungernden Kutya
Zutaten:
1 Tasse Weizen
3–4 Tassen Wasser
½ Tasse Mohn
2–3 Esslöffel Honig
eine Prise Salz (nach Geschmack)
Zubereitung
Weizen waschen und über Nacht einweichen. Vor der Zubereitung mit frischem Wasser übergießen und bei schwacher Hitze 1–1,5 Stunden kochen.
Mohn zubereiten, indem man ihn 15 Minuten in kochendem Wasser einweicht. Das Wasser abgießen und zu einer weißen „Milch“ zerdrücken.
Die Zutaten vermischen. Zur warmen Weizenmasse Mohn, Honig und etwas Wasser für die Saftigkeit der Kutya hinzufügen.
Es gibt im Volk Traditionen, die mit der dritten Kutya verbunden sind. Nach dem Abendessen wurde normalerweise nicht gegessen – man wartete auf das geweihte Wasser. Auch ließ man das Gericht „für die Seelen der Vorfahren“ auf dem Tisch stehen, und einen Teil konnte man den Vögeln ausstreuen, „damit sie den Frühling bringen“.
Die Wasserkreuz-Kutya sättigt nicht nur, sondern hat auch eine tiefe symbolische Bedeutung. Sie beendet den Zyklus der winterlichen Feiertage und wurde zu einem wichtigen Ritual, das unsere Vorfahren und Zeitgenossen verbindet. Ihre Zubereitung kann eine wunderbare Erinnerung an ukrainische Traditionen und familiäre Werte sein, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
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