Kiews Infrastruktur am Limit: Warum Notdienste mit Heizung und Wasser in Verzug geraten.

Kiews Infrastruktur am Limit: Warum Notdienste mit Heizung und Wasser in Verzug geraten
Kiews Infrastruktur am Limit: Warum Notdienste mit Heizung und Wasser in Verzug geraten

Krise bei Heizung und Wasserversorgung in der Hauptstadt

Nach Angaben von TSN.ua: Die ukrainische Hauptstadt steckt in einer ernsten Versorgungskrise. Die Notfallteams können mit den Reparaturen an den Heizungs- und Wasserleitungen nicht mehr Schritt halten. Hauptgründe sind akuter Personalmangel und unterbesetzte Brigaden, die die dringend benötigten Arbeiten massiv verzögern. Sergej Poljakow, der seit über 25 Jahren für das Unternehmen DTEK arbeitet, beschreibt den Alltag so:

„Wir kamen um acht Uhr morgens und gingen, wann immer die Arbeit fertig war. Wo es Schäden gibt, da reparieren wir.“

Beim städtischen Versorger 'Kiewwodokanal' sind in einer Brigade statt der benötigten 7-8 Personen oft nur 2-3 im Einsatz, was die Effektivität der Arbeit erheblich mindert. Für die gesamte Millionenstadt stehen lediglich 13 Notfallbrigaden zur Verfügung – eine Zahl, die dem tatsächlichen Bedarf bei weitem nicht gerecht wird. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter beim 'Kiewwodokanal' liegt bei 50 Jahren, ein klares Zeichen für fehlenden jungen Nachwuchs in diesem Sektor. Bei 'Kiewteploenergo' ist die Lage etwas besser: Hier sind 38 Brigaden im 24-Stunden-Betrieb im Einsatz, doch auch sie kämpfen mit großen Herausforderungen.

Personallücke und ihre Folgen für die Bevölkerung

Neben der Unterbesetzung herrscht ein katastrophaler Mangel an spezialisierten Fachkräften. Besonders dringend gesucht werden:

  • Schweißer
  • Klempner und Installateure
  • Fahrer

Ursache hierfür sind vor allem die niedrigen Löhne, die bereits in den Tarifen von 2021 festgeschrieben wurden. Diese prekäre Situation führt dazu, dass die Mitarbeiter, die lebenswichtige Arbeiten verrichten, oft auf den Unmut der Bevölkerung stoßen. Petro Samsonjuk berichtet:

„Die Leute sind verärgert. Sie gehen vorbei und schimpfen! Sind wir etwa schuld? Wir machen nur unsere Arbeit!“

Valerij Gardeman ergänzt: „Es kommt vor, dass sie uns beschimpfen und unflätige Worte benutzen: 'Was steht ihr hier rum und tut nichts?'“ Die Lage bei der Instandhaltung der Heizungs- und Wasserversorgung in Kiew bleibt also kritisch, angetrieben durch Personalmangel und eine unzureichende Anzahl an Notfallteams.

Diese Krise unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Infrastruktur zu modernisieren und die Löhne in den kommunalen Dienstleistungen deutlich anzuheben. Die Versorgungskrise ist auch eine Folge des Krieges, der die ohnehin angespannte Lage zusätzlich verschärft hat. Wenn die Personalprobleme nicht gelöst werden, drohen insbesondere in den Wintermonaten noch größere Versorgungsengpässe für die Bevölkerung. Die Stadtverwaltung muss dieser Krise höchste Priorität einräumen, denn von der Arbeit dieser Brigaden hängen der Komfort und die Sicherheit aller Kiewer Bürger ab.


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