Kiewer Mieter frieren seit Wochen: Kinder im Krankenhaus, Wohnungen überflutet.

Kiewer Mieter frieren seit Wochen: Kinder im Krankenhaus, Wohnungen überflutet
Kiewer Mieter frieren seit Wochen: Kinder im Krankenhaus, Wohnungen überflutet

Heizungsausfall in Kiew

Nach Angaben von TSN.ua: Seit über zwei Wochen müssen die Bewohner eines Hochhauses am Beresteiskyi-Prospekt in Kiew ohne Heizung auskommen. In den Wohnungen sind die Temperaturen auf eisige 6 Grad Celsius gefallen. Die dramatischen Folgen: Zwei Kinder der Bewohnerin Julia Korowka, 2,5 und 4,5 Jahre alt, mussten mit schwerer Bronchitis ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Wärmeversorgung brach nach russischen Raketenangriffen zusammen, die die Gebäudeinfrastruktur schwer beschädigten.

Die Hausgemeinschaft kritisiert die Notdienste scharf: Obwohl der Notruf bereits um 23 Uhr abgesetzt wurde, traf die Einsatzgruppe erst um 6 Uhr morgens ein. In dieser Zeit liefen die Wasserleitungen von der achten bis zur vierten Etage vollständig über und verursachten massive Überschwemmungen.

„Wir riefen den Notdienst um 23 Uhr, aber er kam erst um sechs Uhr morgens. Bis dahin waren alle Steigleitungen von Stockwerk acht bis vier übergelaufen. Alles stand einfach unter Wasser“, berichten die Mieter.

Unter den Betroffenen ist auch die 90-jährige Nachbarin Valentina, die seit vier Jahren das Haus nicht mehr verlassen kann. Eine andere Bewohnerin, Frau Olena, musste wegen der überfluteten Wohnung vorübergehend in ein Studentenwohnheim ziehen. Die Situation ist für die Zivilbevölkerung in Kriegszeiten besonders belastend.

„Sehen Sie sich das an, wie viel Wasser hier steht! Wir könnten hier Austern züchten! Wie soll man sich hier vor Raketen verstecken, wenn es schon den dritten Tag in Strömen reinregnet?“, fragen die verzweifelten Bewohner.

Systemversagen im Winter

Der Zustand im Hochhaus am Beresteiskyi-Prospekt ist alarmierend. Ohne Heizung und mit zerstörten Wasserleitungen entstehen in der kalten Jahreszeit akute Gesundheitsgefahren für alle Bewohner.

Der Vorfall offenbart grundlegende Mängel in der kommunalen Versorgung, die sich durch die Kriegshandlungen noch verschärft haben. Die verzögerte Reaktion der Notdienste und das langsame Beheben der Schäden gefährden Gesundheit und Sicherheit der Menschen, besonders im Winter. Solche Vorfälle führen zu berechtigten öffentlichen Forderungen nach einer funktionierenden Infrastruktur und einer zuverlässigeren Arbeit der Versorgungsbetriebe.


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