Jeder fünfte Restaurantbetrieb in Kiew droht im Frühjahr zu schließen.
Finanzielle Not in der Gastronomie der Hauptstadt
Nach Angaben von TSN.ua: Die Restaurantlandschaft in Kiew steht vor einer existenzbedrohenden Krise. Experten warnen, dass bis zum Frühjahr etwa 20 Prozent aller Lokale schließen könnten. Gründe sind eine niedrige Rentabilität, drastisch gestiegene Strompreise und das Fehlen von Touristen. Die jüngste Strompreiserhöhung im Januar hat die Situation weiter verschärft. Für ein großes Restaurant können die Energiekosten mittlerweile monatlich bis zu 500.000 Hrywnja betragen – eine enorme Belastung für die finanzielle Stabilität.
Explodierende Lebensmittelpreise zwingen zum Handeln
Die Preise für Lebensmittel sind von Januar bis Februar im Vergleich zum November um 70 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung zwingt die Gastronomen, ihre Speisekarten zu überarbeiten und die Preise für Gerichte anzupassen. Viele versuchen, unter diesen extremen Bedingungen zu überleben. Ein staatliches Unterstützungsprogramm bietet zwar Zuschüsse für Treibstoff von 7.500 bis 15.000 Hrywnja sowie Energiekredite bis zu 10 Millionen Hrywnja an, doch nicht alle Betriebe kommen dafür in Frage.
„Uns wurde eine Absage erteilt. Es stellt sich heraus, ein Restaurant kann den Kredit nur erhalten, wenn in seinen Einnahmen kein Alkoholausschank enthalten ist.“ – Maryna Kowaltschuk
Die Kosten für eine autarke Stromversorgung liegen laut Experten zwischen 30.000 und 35.000 US-Dollar, eine enorme finanzielle Hürde. Die Kosten für jede selbst erzeugte Kilowattstunde werden letztlich auf die Gäste umgelegt und erhöhen die Ausgaben weiter.
„Wir sind gezwungen, das Projekt bis zur Wiederherstellung normaler Wetterbedingungen auszusetzen. Hierfür wäre ein guter Generator mit 80 Kilowatt nötig, der heute anderthalb Millionen Hrywnja kostet.“ – Maryna Kowaltschuk
Die Gastronomie in Kiew steht vor gewaltigen Herausforderungen, und viele Betriebe könnten diesen Druck nicht lange aushalten. Was der Frühling bringt, ist ungewiss, doch die Lage erfordert dringende Lösungen und staatliche Unterstützung. Die anhaltende Krise hat nicht nur für die Restaurantbesitzer, sondern für die gesamte regionale Wirtschaft schwerwiegende Folgen.
Die Misere der Branche spiegelt die größeren wirtschaftlichen Probleme des Landes wider. Fehlende Touristen, explodierende Energie- und Lebensmittelkosten gefährden nicht nur einzelne Lokale, sondern auch Tausende von Arbeitsplätzen in diesem Sektor. Es ist entscheidend, dass die Regierung Maßnahmen zur Stützung der Branche ergreift, um Massenschließungen und eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der Hauptstadtregion zu verhindern. Die Gastronomie ist ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Vitalität einer Stadt.
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