Das unvollendete U-Bahn-Projekt von Lwiw: Ein Bauvorhaben aus den 1960ern.

Das unvollendete U-Bahn-Projekt von Lwiw: Ein Bauvorhaben aus den 1960ern
Das unvollendete U-Bahn-Projekt von Lwiw: Ein Bauvorhaben aus den 1960ern

Die Geschichte einer unterirdischen Vision

Nach Angaben von Novyny.live: Bereits in den 1960er Jahren wurde in Lwiw mit den Planungen für eine U-Bahn begonnen, um die Verkehrsinfrastruktur der Stadt zu modernisieren. Doch die ehrgeizigen Bauarbeiten wurden schließlich eingestellt – Gründe waren wirtschaftliche Schwierigkeiten und die Gefahr, historische Gebäude zu beschädigen. Es war ein typisches Projekt der Sowjetära, das an den realen Gegebenheiten scheiterte.

Die erste geplante Ausbaustufe sah zwei Streckenäste mit Längen von 3,3 km und 2,2 km vor. Auf dem ersten Ast waren die Stationen 'Altstadt' und 'Platz der Wiedervereinigung' vorgesehen. Der zweite Ast sollte die Haltestellen 'Universität', 'Platz der Wiedervereinigung' und 'Wynnykiwskyj Basar' erhalten. Die Planungen gingen von einer Tiefenlage der Tunnel in 30 Metern unter der Erde aus, mit Bahnsteigen, die nicht länger als 75 Meter sein sollten.

Wo das Projekt heute steht

Statt einer U-Bahn entstand schließlich eine Schnellstraßenbahn: Ihre erste Linie wurde 1983 in Angriff genommen und 1987 eröffnet. In den Stadtentwicklungsplänen für den Zeitraum 2010-2025 tauchte die Metro zwar wieder auf, doch die Umsetzung bleibt fraglich. Ein zentrales Hindernis ist der Fluss Poltawa, der unter der zentralen Freiheitsallee hindurchfließt und tiefe Tunnelbauten extrem riskant macht.

Ursprünglich sollten auf den beiden Ästen fünf Stationen entstehen, darunter 'Altstadt', 'Platz der Wiedervereinigung', 'Universität' und 'Wynnykiwskyj Basar'. Trotz dieser konkreten Pläne ist die Zukunft des Vorhabens weiterhin ungewiss, da technische, finanzielle und denkmalpflegerische Herausforderungen ungelöst sind.

Die U-Bahn für Lwiw wäre ein Meilenstein für die städtische Infrastruktur gewesen. Sie hätte die Mobilität der Bürger deutlich verbessert und den chronischen Verkehrskollaps in der historischen Stadt entschärfen können.

Angesichts des historischen Stadtkerns und der aktuellen Probleme bedarf es für eine Realisierung äußerst sorgfältiger Planung. Die Lösung zahlreicher technischer und ökologischer Fragen ist unabdingbar. Wie es mit dem Projekt weitergeht, wird auch signalisieren, welche Priorität große Verkehrsinvestitionen in der Ukraine künftig haben werden.


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