Die Wissenschaft erklärt, warum Umarmungen Glück bringen: Die Schlüsselrolle der Temperatur.

Die Wissenschaft erklärt, warum Umarmungen Glück bringen: Die Schlüsselrolle der Temperatur
Die Wissenschaft erklärt, warum Umarmungen Glück bringen: Die Schlüsselrolle der Temperatur

Nach Angaben von ТСН: Umarmungen sind ein komplexes physiologisches Phänomen, bei dem angenehme Empfindungen nicht nur durch Emotionen, sondern auch durch physiologische Aspekte unseres Körpers hervorgerufen werden. Eine Studie, die in der Zeitschrift Trends in Cognitive Sciences veröffentlicht wurde, zeigt, dass warmer Kontakt von großer Bedeutung für unser Selbstbewusstsein und unsere psychische Stabilität ist.

Der evolutionäre Zusammenhang: Von Überleben zu Liebe

Die Fähigkeit, Wärme und Kälte zu empfinden, entstand als Schutzmechanismus gegen Gefahren aus der Umwelt. Wie die Mitautorin der Studie, Laura Cruchanelli, anmerkt, ist die Thermorezeption einer der ältesten Wege, wie unser Körper mit dem Gehirn kommuniziert.

Die ersten Signale des Komforts erhalten wir bereits im Mutterleib und später durch die liebevollen Berührungen der Eltern. Diese Wärme-Erfahrung formt unser Gefühl der Ganzheit. Wenn wir jemanden umarmen, erhält das Gehirn zwei wichtige Impulse: taktil (Berührung) und thermisch (Wärme), die das Gefühl unseres eigenen Körpers und die Verbundenheit verstärken.

Neurobiologie des „Glückshormons“

Warum haben warme Berührungen eine beruhigende Wirkung? Das kann so erklärt werden: Wärme aktiviert spezielle Nervenfasern in der Haut – die C-taktile Afferenten. Diese Signale gelangen in die Insula des Gehirns und verursachen einen starken Ausstoß von Oxytocin – einer Substanz, die als „Liebeshormon“ oder „Hormon des Vertrauens“ bekannt ist.

Der Prozess senkt den Stresspegel, verbessert das allgemeine Wohlbefinden und bringt Komfort.

Einfluss auf die psychische Gesundheit

Wissenschaftler weisen darauf hin, dass Störungen der Körperwahrnehmung oft mit Depressionen und Essstörungen einhergehen. Der Mitautor der Studie, Gerardo Salvato, betont, dass das Studium der Reaktion auf Temperatur dazu helfen kann, komplexe Zustände besser zu verstehen, wie die Folgen von Schlaganfällen, bei denen der Patient das Gefühl für seine Gliedmaßen verliert.

Neben den medizinischen Aspekten heben die Wissenschaftler die Bedeutung der Forschung zur Thermorezeption im Kontext des Klimawandels hervor. Die globale Erwärmung kann unsere Stimmung und den täglichen Stresspegel durch ständige Temperaturveränderungen beeinflussen.

Ein interessanter Fakt über Küsse

Andere Formen der Nähe haben ebenfalls tiefe Wurzeln. Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass die Gewohnheit zu küssen im Tierreich vor etwa 17-21 Millionen Jahren entstanden ist und bei vielen Arten verbreitet war, von Primaten bis hin zu Insekten.

Wir erinnern daran, dass Haustiere den emotionalen Zustand ihres Besitzers unterstützen können.

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Leben mit einem Hund, besonders in der Jugend, nicht nur den emotionalen Zustand verbessern kann, sondern auch Veränderungen im Darmmikrobiom beeinflussen kann.

Die psychologischen und physiologischen Vorteile von Umarmungen und Nähe werden in der modernen Welt besonders relevant, in der Stress und Angst häufige Begleiter geworden sind. Das Verständnis dieser Prozesse ermöglicht es, neue Wege zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Unterstützung der psychischen Gesundheit zu finden.


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