Ukraine weist russische Beschuldigungen zu Angriff auf AKW Saporischschja als Desinformationskampagne zurück.
Vorwürfe aus Moskau: Kiew soll eigenes Kernkraftwerk attackiert haben
Nach Angaben von Novyny.live: Das ukrainische Außenministerium hat die russischen Anschuldigungen zurückgewiesen, wonach die Ukraine am 30. Mai 2023 das Kernkraftwerk Saporischschja angegriffen haben soll. Aus Sicht Kiews handelt es sich bei diesen Behauptungen um eine gezielte Desinformationskampagne, die davon ablenken soll, dass die Anlage nach wie vor von russischen Truppen besetzt ist.
Moskau behauptet, die ukrainische Armee habe das Atomkraftwerk beschossen. Das ukrainische Außenministerium bezeichnet diese Darstellung als absurd.
„Die russische Propaganda versucht immer wieder aufs Neue, eine absurde Konstruktion zu verbreiten: Ein Staat, der sein eigenes Territorium verteidigt, soll angeblich seine eigenen Atomkraftwerke angreifen – während der Staat, der sie besetzt hält, sich als deren ‚Beschützer‘ aufspielt“, so das Ministerium.
Probleme bei der internationalen Kontrolle
Darüber hinaus weist das ukrainische Außenministerium darauf hin, dass Russland internationalen Experten weiterhin den Zugang zu allen Bereichen des Kernkraftwerks Saporischschja verwehrt. Konkret habe die Mission der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) keinen Zugang zu den westlichen Teilen der Turbinenhallen der Reaktorblöcke erhalten.
„Ein Staat, der internationalen Inspektoren den Zugang zu Teilen eines besetzten Atomkraftwerks verweigert, verlangt heute von der Welt, seinen eigenen Darstellungen über Vorfälle in genau dieser Anlage zu glauben“, betont das ukrainische Außenministerium.
Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse hat die Ukraine die Mitgliedsstaaten der IAEO aufgefordert, die russischen Informationsmanipulationen bei den Sitzungen des Gouverneursrats der IAEO zu thematisieren. Die nächste Sitzung ist für Juni 2023 geplant. „Es wird erneut festgehalten werden, dass Moskau vergeblich versucht, etwas zu ändern, was es bereits im vierten Jahr in Folge nicht geschafft hat: Die IAEO erkennt keinerlei russische Ansprüche auf das Kernkraftwerk Saporischschja an“, fügt das Außenministerium hinzu.
Erwähnenswert ist zudem, dass es am 17. April 2023 im Kernkraftwerk Saporischschja zu einem Blackout kam – dem zweiten derartigen Vorfall innerhalb einer Woche. Diese Umstände unterstreichen die Dringlichkeit einer internationalen Kontrolle und Überwachung der Situation in dem besetzten Atomkraftwerk.
Die Lage um das Kernkraftwerk Saporischschja bleibt angespannt, da die russische Besatzung weiterhin Sicherheitsbedenken aufwirft. Die Weigerung Russlands, internationale Experten Zugang zu gewähren, verstärkt die Befürchtungen über mögliche Risiken. Internationale Kontrolle ist nicht nur für die Sicherheit von Bedeutung, sondern auch für die Gewährleistung von Transparenz bei Informationen aus einem Gebiet, das von der Aggressormacht kontrolliert wird.
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