Künstliche Dollarkursstützung: NBU verkauft über 1,3 Milliarden US-Dollar.
Lage am ukrainischen Devisenmarkt
Nach Angaben von TSN.ua: Bis zum 23. März 2023 hat die Nationalbank der Ukraine (NBU) mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar verkauft, um gezielt in den Devisenmarkt einzugreifen und Kursschwankungen zu glätten. Dieser Schritt erfolgte vor dem Hintergrund einer spürbaren Zunahme der Nachfrage nach Fremdwährung und eines Angebotsdefizits auf dem Bargeldmarkt. Laut NBU belief sich das Gesamtvolumen aller Interventionen seit Anfang März auf über 3 Milliarden US-Dollar.
Die Nachfrage nach Bargelddevisen stieg um fast 45 Prozent. Gleichzeitig liegt der Leitzins der NBU weiterhin bei 15 Prozent. Analysten prognostizieren den Dollarkurs am Interbankenmarkt bei 43,5 bis 44 Hrywnja, während der Bargeldkurs zwischen 43,75 und 44,25 Hrywnja erwartet wird. Für den Euro wird eine Spanne von 50 bis 51 Hrywnja vorhergesagt.
„Die Marktsituation bleibt angespannt, da Angebot und Nachfrage nach Devisen erheblich auseinanderklaffen“, so Andrij Schewtschyschyn.
Wirtschaftsexperten nennen mehrere zentrale Risikofaktoren für die Währungsentwicklung:
- Die Lage im Nahen Osten
- Verzögerungen bei internationalen Finanzhilfen
- Innere wirtschaftspolitische Entscheidungen
Im Basisszenario wird erwartet, dass der Dollar am Interbankenmarkt in der Spanne von 43,5 bis 44 Hrywnja bleibt, der Euro zwischen 50 und 51 Hrywnja. In einem alternativen Szenario könnte der Dollar auf 44 bis 45 Hrywnja steigen, während der Euro nahe 51 Hrywnja oder darüber verharren könnte.
NBU-Interventionen und ihre Folgen
Die ukrainische Zentralbank setzt also ihre aktive Marktpolitik fort, um den Kurs der Landeswährung trotz steigender Nachfrage und Angebotslücken zu stabilisieren. Angesichts globaler ökonomischer Herausforderungen – wie der Nahostkrise und ausgebliebener internationaler Zahlungen – sieht sich die Ukraine ernsthaften Risiken für ihre Währungsstabilität ausgesetzt.
Die NBU-Eingriffe sind ein wichtiges Instrument zur Stützung der Hrywnja, doch eine dauerhafte Abhängigkeit von solchen Maßnahmen könnte die marktwirtschaftlichen Mechanismen untergraben. Um die weitere Entwicklung zu verstehen, ist es entscheidend, sowohl die geopolitischen als auch die binnenwirtschaftlichen Faktoren im Auge zu behalten. Experten raten, die Ereignisse aufmerksam zu verfolgen, da sie die wirtschaftliche Lage des Landes in naher Zukunft maßgeblich beeinflussen werden.
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