Wegen russischer Lieferengpässe: Kirgistan setzt jetzt auf Treibstoff aus China und Belarus.

Wegen russischer Lieferengpässe: Kirgistan setzt jetzt auf Treibstoff aus China und Belarus
Wegen russischer Lieferengpässe: Kirgistan setzt jetzt auf Treibstoff aus China und Belarus

Versorgungskrise in Kirgistan: Treibstoffmangel trifft den Markt

Nach Angaben von UATV: Kirgistan sucht händeringend nach neuen Treibstoffquellen, da die traditionellen Lieferungen aus Russland drastisch zurückgegangen sind. Das Land importiert normalerweise über 90 Prozent seines Benzins aus Russland. Doch seit Ende Mai 2023 kämpft Russland selbst mit einer Verknappung von Erdölprodukten, was die Versorgung Kirgistans massiv beeinträchtigt hat. Um den Engpass zu überbrücken, laufen nun intensive Gespräche mit China und Belarus.

Bereits Ende Juni 2023 hatte der Verband der Mineralölhändler Kirgistans Alarm geschlagen: Vor allem die hochoktanigen Benzinsorten Ai-95 und Ai-98 waren kaum noch zu bekommen. Als Reaktion darauf hat die Regierung ihre Bemühungen um alternative Lieferanten verstärkt. China hat zugesagt, 3.000 Tonnen Flugzeugkerosin zu liefern, und verhandelt zudem über die Lieferung von 5.000 Tonnen Diesel. Die ersten chinesischen Lieferungen sollen innerhalb von zehn Tagen eintreffen.

Neue Partner: Gespräche mit Belarus und anderen Staaten

Parallel dazu hofft Kirgistan auf rund 10.000 Tonnen Diesel aus Belarus. Diese Lieferungen könnten in 15 bis 20 Tagen das Land erreichen. Das kirgisische Energieministerium hat außerdem Kasachstan, Aserbaidschan, Usbekistan und Turkmenistan um Unterstützung gebeten. Kasachstans Vizeenergieminister Kaiyrchan Tutkyschbajew erklärte, man werde die Frage eines möglichen Exports von Erdölprodukten nach Kirgistan in Kürze prüfen.

Ein weiterer Faktor, der die Lage verschärft: Am 8. Juli 2023 kündigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj neue Sanktionen gegen die russischen Regionen Saratow, Tatarstan und Baschkortostan an, was die regionalen Ölströme zusätzlich beeinflussen dürfte. Vor diesem Hintergrund erklärte Daniyar Amangeldiyev, ein Vertreter der kirgisischen Behörden:

Die Lieferungen aus China erwarten wir innerhalb von zehn Tagen, die aus Belarus möglicherweise in 15 bis 20 Tagen.

Die akute Treibstoffkrise in Kirgistan verdeutlicht die starke Abhängigkeit des Landes von russischen Importen und den dringenden Bedarf, die Bezugsquellen zu diversifizieren. Die Verhandlungen mit China und Belarus sind ein erster Schritt, um den heimischen Markt zu stabilisieren. Langfristig könnten diese Bemühungen die Energieversorgungssicherheit Kirgistans stärken – insbesondere angesichts der volatilen Weltölmärkte und der anhaltenden geopolitischen Spannungen in der Region.


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