Erstmals in Europa: Massengrab der Pest von 1346–1353 in Deutschland wissenschaftlich untersucht.

Erstmals in Europa: Massengrab der Pest von 1346–1353 in Deutschland wissenschaftlich untersucht
Erstmals in Europa: Massengrab der Pest von 1346–1353 in Deutschland wissenschaftlich untersucht

Ein einzigartiger archäologischer Fund

Nach Angaben von TSN.ua: Bei Erfurt in Deutschland haben Forscher ein Massengrab aus dem 14. Jahrhundert entdeckt, das Opfern des Schwarzen Todes zugeschrieben wird. Es handelt sich um die erste gezielte wissenschaftliche Untersuchung eines solchen Grabes in Europa. Die Ausgrabungen fanden auf dem Gelände der mittelalterlichen Wüstung Neuses statt und legten eine unterirdische Struktur von etwa 10 mal 15 Metern bei einer Tiefe von 3,5 Metern frei.

Die historische Dimension der Pandemie

Die als Schwarzer Tod bekannte Pandemie wütete zwischen 1346 und 1353 in Europa und gehört zu den verheerendsten Seuchen der Geschichte. Allein im Jahr 1350 sollen in der Umgebung von Erfurt etwa 12.000 Menschen in elf großen Gruben bestattet worden sein. Die Ergebnisse der Studie, die diese Massengräber identifizierte, wurden im Fachjournal PLOS One veröffentlicht.

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass wir eines der in den Erfurter Chroniken beschriebenen Massengräber gefunden haben.

Dr. Michael Hein

Die Untersuchungen wurden von Wissenschaftlern der Universität Leipzig, des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) durchgeführt.

Im Jahr 2023 erhielt die Region den Status eines UNESCO-Welterbes, was die Bedeutung dieses historischen Fundes und seine Relevanz für die Erforschung historischer Pandemien und ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen unterstreicht.

Die Entdeckung ist von großer Bedeutung, um das wahre Ausmaß der Seuche und ihre Folgen für die damalige Bevölkerung zu verstehen. Sie erweitert nicht nur das Wissen über mittelalterliche Pandemien in Europa, sondern dient auch als wertvolle Ressource für die Erforschung der Geschichte von Seuchen und ihrer sozialen Folgen. Der UNESCO-Welterbestatus betont zudem den kulturellen und historischen Wert der Region, was die Entwicklung von Tourismus und Bildungsprogrammen fördern kann. Die Pest war eine globale Katastrophe, deren Spuren bis heute die europäische Geschichte prägen.


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