Nach Eurovision-Aus: Sängerin Poljakowa spricht vor Untersuchungsausschuss im ukrainischen Parlament.
Auftritt von Olja Poljakowa vor der Temporären Untersuchungskommission
Nach Angaben von Glamurchik — Шоу-біз: Die ukrainische Sängerin Olja Poljakowa ist vor der Temporären Untersuchungskommission der Werchowna Rada aufgetreten. Die Sitzung stand unter der Leitung des Abgeordneten Oleksij Hontscharenko. Anlass war ihre Ablehnung für die nationale Vorauswahl zum Eurovision Song Contest 2026. Der öffentlich-rechtliche Sender "Suspilne" hatte ihre Bewerbung nicht registriert. Begründet wurde dies mit Punkt 4.6 der Wettbewerbsregeln aus dem Jahr 2019. Dieser Paragraf verbietet Künstlern die Teilnahme, die nach dem 15. März 2014 in Russland oder auf den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine aufgetreten sind. Poljakowa wehrt sich nun gegen diese Entscheidung.
Streit um Fairness der Auswahlkriterien
Poljakowa bezeichnete die genannten Regeln als unfair und diskriminierend. Sie betonte, dass zum Zeitpunkt der Einführung dieser Regel kein ukrainisches Gesetz eine Haftung – weder administrativ noch anderweitig – für solche Auftritte vorgesehen habe. Die Sängerin erinnerte daran, dass Dschamala, die 2014 und 2015 ebenfalls in Russland aufgetreten war, 2016 den internationalen Wettbewerb gewinnen konnte. Zudem wies sie darauf hin, dass Kostjantyn Meladse trotz seiner Tätigkeit in Russland in der Jury der nationalen Vorauswahl saß.
Poljakowa erklärte, sie sei nur einmal, Anfang 2015, in Russland gewesen. Dabei habe es sich nicht um ein Konzert gehandelt, sondern um die Teilnahme an einer Show.
„Meine Reise nach Russland fand nur einmal Anfang 2015 statt. Und zwar nicht mit einem Konzert, sondern als Teilnahme an einer Show“, so die Künstlerin.Sie habe ihre Arbeit auf dem russischen Markt bereits lange vor der groß angelegten Invasion der Ukraine eingestellt.
„Ich habe meine Arbeit auf dem russischen Markt lange vor der groß angelegten Invasion beendet“, unterstrich Poljakowa.
Die Sängerin erklärte, sie wolle eigentlich gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden. Aufgrund des fehlenden Dialogs mit „Suspilne“ sehe sie derzeit jedoch keinen anderen Ausweg.
„Ich hätte den Fall nicht vor Gericht bringen wollen, aber wegen des fehlenden Dialogs mit ‚Suspilne‘ sehe ich derzeit keinen anderen Ausweg“, fasste sie zusammen.Der Fall Poljakowa hat breite Diskussionen ausgelöst und wirft Fragen nach der Gerechtigkeit der bestehenden Teilnahmebedingungen auf.
Diese Angelegenheit verdeutlicht die Schwierigkeiten, mit denen ukrainische Künstler aufgrund der Beschränkungen im Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland konfrontiert sind. Die Debatte um die Auswahlregeln für den Eurovision Song Contest könnte Anlass für eine Überarbeitung der bestehenden Normen sein. Ziel wäre ein flexiblerer Ansatz bei der Teilnahme ukrainischer Musiker an internationalen Wettbewerben. Dabei sollten nicht nur historische Umstände, sondern auch der Wille der Künstler, ihr Land auf der Weltbühne zu vertreten, berücksichtigt werden.
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