Über 100.000 Dollar Gewinn: Wie ein Teleprompter-Mitarbeiter des Weißen Hauses mit Trumps Reden wettete.
Ermittlungen wegen möglicher Insider-Geschäfte
Nach Angaben von Espreso.tv: In den USA wird untersucht, ob ein Mitarbeiter des Weißen Hauses sein Vorwissen über Reden von Präsident Donald Trump für Wetten auf Prognosemärkte genutzt hat. Der Teleprompter-Operator Gabriel Pérez soll dabei mehr als 100.000 Dollar verdient haben, indem er vorhersagte, was Trump in seinen Ansprachen sagen würde.
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) hat die Ermittlungen aufgenommen. Pérez setzte ab Ende 2025 auf der Plattform Kalshi Geld auf den Inhalt von rund einem Dutzend Präsidentenreden. Zu den betroffenen Auftritten zählen unter anderem:
- die Rede zur Lage der Nation;
- die Ansprache beim Weltwirtschaftsforum in Davos;
- die Zeremonie zur Verleihung der Ehrenmedaille.
Im März 2026 verschickte das Weiße Haus ein internes Memo, das die Nutzung nichtöffentlicher Informationen für Wetten verbot. Daraufhin wurde Pérez suspendiert und in unbezahlten Verwaltungsurlaub geschickt. Die Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan lehnte jedoch die Einleitung eines Strafverfahrens ab. Die CFTC setzt ihre zivilrechtliche Untersuchung fort.
Präsident Donald Trump selbst bezeichnete den Vorfall als „zutiefst bedauerlich“, wie seine Sprecherin Karoline Leavitt mitteilte.
Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit vertraulichen Informationen in Regierungsbehörden auf. Besonders kritisch wird gesehen, dass ein Mitarbeiter mit direktem Zugang zu Redetexten diese für private Finanzgeschäfte nutzen konnte.
Die fehlende strafrechtliche Verfolgung sorgt für politische Spannungen. Kritiker werfen der Trump-Administration vor, zu lasch mit internen Verstößen umzugehen. Die Ermittlungen zeigen, wie wichtig klare ethische Richtlinien und Transparenz in Regierungsstrukturen sind – vor allem, wenn es um den Zugang zu nichtöffentlichen Informationen geht.
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