Jedes Land hat sein eigenes Geschichtsverständnis: 57 Prozent der Ukrainer stimmen zu.

Jedes Land hat sein eigenes Geschichtsverständnis: 57 Prozent der Ukrainer stimmen zu
Jedes Land hat sein eigenes Geschichtsverständnis: 57 Prozent der Ukrainer stimmen zu

Umfrage des Kyjiwer Internationalen Instituts für Soziologie

Nach Angaben von Espreso.tv: Vom 17. bis 23. Juni 2023 befragte das Kyjiwer Internationale Institut für Soziologie 1005 volljährige Personen. Die Ergebnisse zeigen, wie die Ukrainer zu den historischen Auseinandersetzungen mit Polen stehen. Zudem wurde ihre Reaktion auf die Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers für Präsident Wolodymyr Selenskyj erfasst. Nur 5 Prozent der Befragten befürworten einen konfrontativen Kurs in diesen Streitfragen. Eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent vertritt hingegen die Ansicht, dass jeder Staat das Recht auf seine eigene Deutung der Vergangenheit hat.

Historische Kontroversen zwischen der Ukraine und Polen

Die Spannungen zwischen beiden Ländern entzünden sich vor allem an Fragen der Erinnerungskultur. Am 26. Mai 2023 unterzeichnete Selenskyj ein Dekret, das einem Spezialoperationszentrum „Nord“ den Ehrennamen „Helden der UPA“ verlieh. Dieser Schritt rief in Polen Kritik hervor. Daraufhin kündigte Karol Nawrocki am 29. Mai 2023 an, Selenskyj den Orden des Weißen Adlers entziehen zu wollen. Am 19. Juni 2023 setzte Nawrocki diesen Schritt dann tatsächlich um. Einen Tag später, am 20. Juni 2023, gab Selenskyj bekannt, dass er den Orden an den polnischen Präsidenten zurückgegeben habe.

Vor diesem Hintergrund bemüht sich die ukrainische Seite um diplomatische Lösungen. Am 23. Juni 2023 betonte Heorhij Tychyj, wie wichtig der Dialog zwischen den Nationen sei. Donald Tusk kommentierte die Lage wie folgt:

„Die Verantwortung für die Lösung der Situation zwischen Kiew und Warschau liegt allein auf ukrainischer Seite.“ – Donald Tusk

Zugleich hob Tusk die Bedeutung eines „direkten und ehrlichen Dialogs“ hervor und stellte klar, dass „es im Interesse Polens liegt, gute Beziehungen zur Ukraine zu pflegen“. Diese Aussagen zeigen, dass beide Länder trotz der Verstimmungen den Wert von Zusammenarbeit und Austausch erkennen. Eine Klärung der historischen Differenzen könnte das Vertrauen wiederherstellen und die strategische Partnerschaft zwischen der Ukraine und Polen festigen – gerade angesichts der aktuellen regionalen Herausforderungen.


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