Beamte in Russischer Region sollen Fahrrad fahren: Treibstoffmangel nach Drohnenangriffen.
Einschränkungen für Dienstfahrzeuge in der Region Stawropol
Nach Angaben von Espreso.tv: In der russischen Region Stawropol gelten ab dem 14. Juli neue Regeln für den Gebrauch von Dienstwagen. Grund ist eine akute Treibstoffkrise. Die Behörden empfehlen den Angestellten, auf Fahrräder umzusteigen oder zu Fuß zu gehen. Gouverneur Wladimir Wladimirow rief die Beamten dazu auf, ihre Arbeitsabläufe so anzupassen, dass Benzin und Diesel möglichst sparsam genutzt werden.
Ursachen und Folgen der Treibstoffkrise
Die Versorgungsprobleme in der Region sind eine direkte Folge wiederholter Drohnenangriffe auf die Erdöl-Infrastruktur. Seit Ende Mai herrscht in Russland ein Mangel an Treibstoff, der sich zuletzt durch mehrere Brände auf Tanklagern verschärfte. Ein Brand ereignete sich in der Nacht zum 13. Juli in der Siedlung Wjasniki, ein weiterer in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli.
- Am 17. Juni kündigte Russland an, Benzin aus asiatischen Ländern importieren zu wollen.
- Bereits am 1. Juli begannen die ersten Schiffslieferungen von Benzin aus Indien.
- Zusätzlich gilt ab dem 14. Juli ein Reiseverbot für Regierungsmitglieder außerhalb der Regionshauptstadt.
'Innerhalb der Stadt kann man zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren. Ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Arbeitspläne so anpassen, dass der Verbrauch von Benzin und Diesel minimiert wird.' – Wladimir Wladimirow
Die neuen Beschränkungen für Dienstfahrzeuge in der Region Stawropol verdeutlichen das Ausmaß der Treibstoffkrise, die durch Attacken auf die Öl-Infrastruktur und Tanklagerbrände ausgelöst wurde. Diese Maßnahmen könnten Teil einer größeren Anpassungsstrategie an die knappen Ressourcen sein. Angesichts der allgemeinen Krise im russischen Energiesektor ist nicht ausgeschlossen, dass ähnliche Regelungen auch in anderen Landesteilen eingeführt werden.
Lesen Sie auch
- EU-Beitrittsgespräche: Warum Kiew und Brüssel nur den sechsten Cluster starten – andere Kapitel auf Herbst vertagt
- Erster zentraler Geheimdienst seit dem Zweiten Weltkrieg: Japan reagiert auf Bedrohungen aus Russland, China und Nordkorea
- Zwei Szenarien für einen Regierungsumbau in der Ukraine: Neuer Premier oder kompletter Ministerwechsel
- Eigenentwicklung abgeschlossen: Zehn Nationen beteiligen sich an ukrainischem Abwehrsystem Freyja
- Ungarn entschuldigt sich bei Finnland und kündigt NATO-Ausgaben an: Hintergründe
- EU-Beitrittsgespräche: Kiew erhält Zugang zu sechstem Verhandlungskapitel – Rest vertagt auf Herbst

