Frau Meteliza: Die wahre Geschichte der Göttin des Winters und der Wiedergeburt.
Nach Angaben von ТСН: In den Volkserzählungen wird Frau Meteliza oft als Schutzpatronin von Schnee und Schneetreiben dargestellt. Ihr Bild ist jedoch viel tiefer und komplexer. Nach den alt-europäischen Vorstellungen war sie nicht nur der Geist des Winters, sondern auch die Herrscherin der Unterwelt, die Übergänge und die Stille bewacht, in der neues Leben entsteht.
In ihrem Unterreich wird der Samen der nächsten Ernte aufbewahrt, die Geister der Natur ruhen, und auch die Erde wird regeneriert. Es ist ein Ort, an dem alles Überflüssige stirbt und das Leben sich erneuert. Wenn sie die Betten schüttelt und der Schnee auf die Erde fällt, bedeutet das, dass die Tore zwischen den Welten mit einem Mantel der Stille bedeckt sind. Die Natur tritt in eine wichtige Phase der inneren Erneuerung ein.
Historische Wurzeln des Bildes
Maria Gimbutas, eine bekannte Forscherin alter europäischer Kulturen, erwähnt den Namen Gualda (Frau Meteliza) – Holla, Golle – als eine alte germanische Göttin, die den meisten des deutschen Pantheons vorausging. Sie existierte bereits vor dem Erscheinen von Göttern wie Odin, Thor, Freya oder Loki. In ihren Forschungen hebt Gimbutas hervor, dass Golle die Traditionen der praeindoeuropäischen Göttinnen Neolithischen Europas – der großen Mütter, der Herrscherinnen über Leben, Tod und Wiedergeburt – fortsetzt.
Dies zeigt, dass Frau Meteliza keine zufällige Figur des Volksglaubens ist, sondern ein lebender Schatten einer großen archaischen Tradition, die Jahrhunderte überdauert hat.
Transformation der Bilder
Als das Christentum begann, den nordischen Heidentum zu verdrängen, erlitten die Bilder der alten Göttinnen Veränderungen. Anstelle offener Anbetung wurden sie in Märchen, Ritualen und Volkslegenden bewahrt. Bis zum Ende des Hochmittelalters wurden die nordischen Kulturen marginalisiert, aber die Bilder der Geister, insbesondere von Frau Meteliza, lebten weiterhin im Volksglauben.
In der vorchristlichen deutschen Folklore spiegelten die Namen Gualda, Golle und Holla dasselbe Wesen in verschiedenen Regionen wider, das als Schutzpatronin der Grenze zwischen den Welten fungierte. Kinder, die als Säuglinge gestorben waren, fielen unter ihren Schutz, weshalb sie solche Bezeichnungen erhielt wie Großmutter (Dunkle Großmutter) oder Weiße Frau. Diese Namen zeigen ihre duale Natur: Sie ist sowohl eine lichte Beschützerin als auch eine Hüterin der Schatten.
Magie und Bedeutung
Ihre Verbindung zur Unterwelt und zu weiblichen Handwerken – Spinnen und Weben – wurde in der christlichen Tradition mit Zauberei assoziiert. In den Volkserzählungen blieb es jedoch Wissen über Schicksal und die Fähigkeit, die Zeit zu weben.
Somit ist Frau Meteliza nicht nur Schnee und Winter. Sie ist ein Archetyp weiblicher Kraft, die die Zyklen von Leben und Tod beherrscht, die Unterwelt bewacht und die Geburt eines neuen Anfangs in der Stille überwacht.
Wenn draußen der Schneesturm losbricht, sollte man daran denken: Es ist nicht nur ein Naturphänomen. Es ist der Atem der Göttin, die sich um die Welt kümmert und ihr Zeit zur Wiedergeburt gibt.
Im Kontext der Gegenwart kann das Bild von Frau Meteliza als Aufforderung zur Erhaltung der natürlichen Zyklen und des Respekts vor der Natur verstanden werden. Sie symbolisiert nicht nur den Winter, sondern auch die Zeit der Ruhe und Erneuerung, wenn die Natur neue Leben auf die Ankunft des Frühlings vorbereitet.
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