Patriarch Kyrill nennt Putin 'orthodoxen Führer' – Desinformationszentrum kritisiert Instrumentalisierung der Kirche.

Patriarch Kyrill nennt Putin 'orthodoxen Führer' – Desinformationszentrum kritisiert Instrumentalisierung der Kirche
Patriarch Kyrill nennt Putin 'orthodoxen Führer' – Desinformationszentrum kritisiert Instrumentalisierung der Kirche

Kritik an der Aussage des Patriarchen

Nach Angaben von TSN.ua: In einer Predigt im Moskauer Hauptkathedraldom hat Kyrill, das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Wladimir Putin als 'orthodoxen Führer' bezeichnet und dessen Herrschaft als 'Gotteswunder' charakterisiert. Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ЦПД) reagierte umgehend und wies darauf hin, dass hier Religion genutzt werde, um die Autorität des russischen Präsidenten zu erhöhen.

Das Zentrum stellte fest, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) einen Personenkult um Putin aufbaue und ihn zu einem Symbol orthodoxer Macht stilisierte. Die Organisation betonte, die ROK agiere als Instrument der Kreml-Propaganda und verstärke so den staatlichen Einfluss auf religiöse Institutionen. Zudem wurde erinnert, dass die Kirche an der Militarisierung und der Rechtfertigung des Krieges gegen die Ukraine beteiligt war, was in der Gesellschaft auf zusätzliche Besorgnis stößt. Diese enge Verflechtung von Kirche und Staat ist ein historisch gewachsenes Phänomen in Russland.

Das enge Bündnis von Staat und Kirche

Der Vorfall unterstreicht die tiefe Verbindung zwischen religiösen und politischen Institutionen in Russland sowie die Rolle der Kirche bei der Unterstützung der Staatsideologie. Die Äußerungen von Patriarch Kyrill zeigen, wie wichtig der religiöse Faktor für die Meinungsbildung und die Absicherung des politischen Kurses der Machthaber ist.

Das Zusammenspiel von Russisch-Orthodoxer Kirche und politischer Führung verdeutlicht den Trend, religiöse Symbole zur Legitimierung der Staatsmacht einzusetzen. Kyrills Worte können nicht nur als Unterstützung des aktuellen Regimes, sondern auch als Versuch verstanden werden, eine religiöse Identität zu formen, die mit den politischen Interessen des Kreml übereinstimmt. Dies dürfte erheblichen Einfluss auf die öffentliche Meinung in Russland und auch auf die internationalen Beziehungen haben, insbesondere im Kontext des Konflikts mit der Ukraine.


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