Doppelte Staatsbürgerschaft ab 2026: Kein Freibrief vor der Einberufung.

Doppelte Staatsbürgerschaft ab 2026: Kein Freibrief vor der Einberufung
Doppelte Staatsbürgerschaft ab 2026: Kein Freibrief vor der Einberufung

Neue Regelung für Ukrainer: Zweitpass und Wehrpflicht

Nach Angaben von Novyny.live: Ab dem 16. Januar 2026 können Ukrainer unter bestimmten Bedingungen auch im Ausland die Staatsangehörigkeit eines anderen Landes erwerben. Voraussetzung ist, dass dieses Land in einer speziellen Regierungsliste aufgeführt wird. Diese Neuerung bedeutet jedoch keine Befreiung von der Mobilmachung. Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft unterliegen weiterhin der allgemeinen Wehrpflicht. Dies ergibt sich aus Artikel 4 der ukrainischen Verfassung, der das Prinzip der einheitlichen Staatsbürgerschaft festschreibt.

Alle wehrpflichtigen Bürger der Ukraine können im Falle einer Mobilisierung eingezogen werden – unabhängig davon, ob sie einen zweiten Pass besitzen. Wie die Expertin Marina Ivina betont,

„Der Besitz eines ausländischen Passes hat keinen Einfluss auf die Dienstpflicht in der Armee und befreit nicht von der Mobilisierung.“
Das bedeutet, dass auch Ukrainer mit einer weiteren Staatsbürgerschaft in Fragen des Militärdienstes weiterhin der ukrainischen Gesetzgebung unterliegen.

Ivina weist zudem darauf hin, dass der Status als ukrainischer Staatsbürger nur durch ein offizielles Austrittsverfahren beendet werden kann. Dazu muss ein Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft gestellt, vom ukrainischen Präsidenten genehmigt und per Erlass umgesetzt werden. Solange dieser Prozess nicht abgeschlossen ist, bleibt man ukrainischer Staatsbürger mit allen Pflichten – auch mit der Wehrpflicht. Diese Regelung ist vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges von besonderer Bedeutung.

Rechtliche Konsequenzen kennen

Welche weiteren Punkte sind wichtig? Die Umgehung der Mobilmachung, etwa durch die Nutzung eines ausländischen Passes zur Ausreise, kann als Ordnungswidrigkeit oder sogar als Straftat gewertet werden. Dies ist ein entscheidender Aspekt für alle, die den Erwerb einer zweiten Staatsbürgerschaft in Erwägung ziehen. Die Verantwortung, dem Dienst an der Waffe nachzukommen, bleibt bestehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft entbindet in der Ukraine nicht von militärischen Verpflichtungen. Ukrainer, die einen weiteren Pass erhalten, müssen die möglichen Konsequenzen im Mobilisierungsfall bedenken.

Die Einführung vereinfachter Verfahren für eine zweite Staatsbürgerschaft könnte erhebliche gesellschaftliche Auswirkungen haben, gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen des Landes. Da die Pflichten gegenüber der ukrainischen Armee jedoch unverändert fortbestehen, schafft die Neuregelung keine einfachen Auswege. Sie unterstreicht vielmehr, wie wichtig es für die Bürger ist, ihre Rechte und Pflichten im Rahmen der neuen Gesetze genau zu kennen.


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