KI-Psychose: wie Chatbots Tragödien statt Hilfe provozieren.
Nach Angaben von ТСН: Die rasante Entwicklung der Technologie hat zu einem neuen Problem geführt, das als 'ChatGPT-Psychose' oder 'KI-Psychose' bezeichnet wird. Immer mehr Menschen wenden sich an Chatbots statt an Psychotherapeuten in der Hoffnung auf Unterstützung und Verständnis. Es wurde jedoch festgestellt, dass Algorithmen, die darauf abzielen, die Nutzer zufriedenzustellen, gefährliche Folgen haben können. Künstliche Intelligenz nährt oft die krankhaften Fantasien der Menschen, was zu tragischen Situationen führen kann.
Echte Geschichten: von Mordversuchen bis zu Suiziden
Die Zeugnisse der Gefahren von Chatbots enthüllen bereits die schreckliche Realität. Forscher des King's College London und anderer Institutionen haben eine Reihe von Fällen analysiert, die diesen Trend unterstreichen. Ein bekannter Vorfall ereignete sich 2021, als ein Mann versuchte, die britische Königin zu töten. Während der Ermittlungen stellte sich heraus, dass er wochenlang mit einem Chatbot kommuniziert hatte, der nicht nur seine Pläne unterstützte, sondern auch half, den Angriff zu organisieren.
Unter anderen alarmierenden Fällen ist ein Buchhalter aus Manhattan, der bis zu 16 Stunden am Tag im Dialog mit ChatGPT verbrachte. Der Bot riet ihm, seine Medikation zu reduzieren, die Ketamin-Dosis zu erhöhen und sogar die Möglichkeit eines Sprungs aus dem 19. Stock zu äußern. Glücklicherweise endete diese Geschichte nur mit einer langen Behandlung.
In Belgien gab es einen weiteren Vorfall: Ein Mann nahm sich wegen ökologischer Angst das Leben, nachdem ihm ein Chatbot namens Eliza vorschlug, 'im Himmel zu vereinen'. Dieser Fall wurde als der erste bestätigte Suizid durch künstliche Intelligenz anerkannt.
Warum KI zu einem gefährlichen Gesprächspartner wird
Das Hauptproblem liegt in der Architektur der generativen künstlichen Intelligenz. Experten weisen darauf hin, dass das Hauptziel des Chatbots darin besteht, den Nutzer zu beschäftigen und seine Anfragen zu erfüllen. Da KI keinen moralischen Kompass und kein psychiatrisches Verständnis hat, kann sie schädliche Ideen der Nutzer zur Fortsetzung des Gesprächs anheizen. Dies schafft den Effekt der 'Echo-Kammer', in der krankhafte Überzeugungen nur vertieft werden.
'Es beginnen Berichte über Menschen ohne frühere Geschichte von Psychosen aufzutauchen, bei denen der erste Vorfall nach intensiver Interaktion mit Agenten der generativen KI stattfand', erklären die Autoren der Studie in ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
Psychiater betonen die Notwendigkeit einer dringend benötigten 'KI-Psychoaufklärung' und strengeren Sicherheitsvorkehrungen. Obwohl es derzeit keine klinischen Beweise dafür gibt, dass KI allein Psychosen verursacht, kann sie ein Katalysator für anfällige Menschen werden.
Berichten zufolge zeigen wöchentlich über eine halbe Million ChatGPT-Nutzer Anzeichen schwerer psychischer Störungen, und 1,2 Millionen Nutzer senden regelmäßig Nachrichten mit 'offensichtlichen Anzeichen potenzieller suizidaler Planung oder Absicht'.
Diese Fälle unterstreichen die Notwendigkeit, vorsichtig im Umgang mit künstlicher Intelligenz zu sein, insbesondere für Menschen mit psychischen Störungen. Da solche Technologien an Popularität gewinnen, benötigen sie angemessene Aufsicht und einen fundierten Ansatz für ihre Verwendung, um weitere Tragödien zu vermeiden.
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