Russlands Drohnenflut: Neue Herausforderungen für die ukrainische Luftabwehr.
Die Drohnen-Offensive: Wie Russland den ukrainischen Luftraum unter Druck setzt
Nach Angaben von TSN.ua: Die russische Armee setzt verstärkt auf Angriffsdrohnen und verändert damit die Lage in der Luft. Juri Ignat, Leiter der Kommunikationsabteilung des Luftwaffenkommandos der ukrainischen Streitkräfte, bestätigt diese taktische Wende und den massiven Einsatz unbemannter Fluggeräte.
Parallel dazu intensiviert Russland seine Raketenangriffe. Zum Einsatz kommen dabei folgende Waffensysteme:
- Kalibr
- Ch-101
- Ch-555
- Ch-55SM
- Iskander-K
Ab dem Jahr 2025 plant der Angreifer, vermehrt ballistische Raketen einzusetzen, was die Luftabwehr der Ukraine vor zusätzliche Probleme stellen wird. Bereits jetzt schickt Russland nächtlich über hundert Drohnen wie 'Schahid', 'Italmas' oder 'Geran' ins Ziel. Bei Massenangriffen können es sogar 500 oder mehr unbemannte Flugkörper sein.
Präsident Wolodymyr Selenskyj machte auf die prekäre Versorgungslage aufmerksam: Bis zum Morgen des 16. Januar fehlten Raketen für mehrere Luftabwehrsysteme. Die Lieferung von PAC-3-Raketen erfolgte seiner Aussage nach oft erst einen Tag nach Angriffen, die zu flächendeckenden Stromausfällen führten. Juri Ignat betonte die dramatischen Folgen dieser Engpässe:
„Das beeinträchtigt unsere Abwehrmöglichkeiten erheblich.“ — Juri Ignat
Seinen Worten zufolge müssen die ukrainischen Verteidiger alles einsetzen, was verfügbar ist: „Um solche Angriffe abzuwehren, müssen wir alles nutzen, was wir haben.“
Ignat erinnerte auch daran, dass Hilfslieferungen manchmal im letzten Moment eintreffen: „Tatsächlich erhielten wir vor einem dieser Angriffe die Mittel erst am Tag zuvor.“ Selenskyj beschrieb das Problem mit den leeren Abschussrampen: „NASAMS-Systeme standen leer, ein Patriot-System stand leer.“
Die massive Aufstockung der russischen Drohnenflotte und die veränderte Angriffstaktik stellen die ukrainische Luftraumverteidigung somit vor immense neue Herausforderungen. Die Situation verdeutlicht die hohe Dynamik dieses Kriegsschauplatzes, wo technologische Entwicklungen schnell taktische Anpassungen erfordern.
Die Eskalation im Drohnenkrieg und die Anpassung der russischen Angriffsmuster unterstreichen die Intensivierung der Kampfhandlungen. Sie erhöhen die Risiken für die ukrainische Luftverteidigung erheblich und machen eine schnelle Reaktion sowie eine Anpassung der Verteidigungsstrategien nötig. Angesichts knapper Ressourcen und verzögerter Lieferungen internationaler Unterstützung wird deutlich, wie dringend eine verlässliche und zeitnahe Versorgung mit Abwehrsystemen ist.
Lesen Sie auch
- Selbst bei einem Waffenstillstand setzt Russland den Krieg gegen die Ukraine fort – warnt ein früherer CIA-Experte
- Europäische Partner und Großbritannien unterstützen Ukraine bei Entwicklung eines Patriot-Ersatzes
- Entlassung von Jermak: Selenskyj nennt wahren Grund für Personalentscheidung
- Schweden und die Ukraine schmieden neue Vereinbarungen über Gripen-Jets und Luftverteidigung während der Gespräche zwischen Zelenskyy und Kristersson
- Kiew bietet Europa „Drohnen-Schutzschild“ an: Training gegen russische UAVs
- Selenskyj dankt Estland in Tallinn und stimmt sich für EU- und Nato-Gipfel ab

