Russland wirbt Wächter für Phantom-Kraftwerk an – ein Zeichen für Mobilisierungsprobleme.
Stellenausschreibung für ein Atomkraftwerk, das es nicht gibt
Nach Angaben von TSN.ua: Die russische Armee wirbt offenbar dringend Personal an. Ein deutliches Indiz dafür sind Stellenanzeigen auf der Plattform Avito, die Wächter für das nicht existierende Kernkraftwerk Luhansk suchen. Die ausgeschriebenen Konditionen sind bemerkenswert hoch: Ein monatliches Gehalt von 210.000 Rubel wird geboten, dazu eine Einmalzahlung zwischen 1,5 und 4 Millionen Rubel. Solche Lockmittel deuten auf erhebliche Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Vertragssoldaten hin.
Wer wird gesucht? Ein breites Spektrum an Kandidaten
Die Anzeigen richten sich ausdrücklich an Personengruppen, die normalerweise nicht für den Militärdienst in Frage kommen:
- Studenten
- Rentner
- Personen über 45 Jahre
- Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen
Diese breit gefächerte Zielgruppe legt den Schluss nahe, dass die russische Armee versucht, jeden verfügbaren Mann zu rekrutieren, was wiederum auf einen akuten Personalmangel hindeutet. Die Taktik, einen fiktiven Arbeitsplatz vorzugeben, ist ein bekanntes Muster, um zivile Verträge in Militärdienst umzuwandeln.
„Gedient wird dort, wo das Vaterland es befiehlt.“
In den Anzeigen wird diese Formulierung genutzt, um den möglichen Einsatz an der Front nicht zu verschleiern. Rekrutierer weisen sogar darauf hin, dass bei Vorliegen bestimmter medizinischer Probleme wie Hepatitis oder HIV eine Versetzung an die „Frontlinie“ erfolgen kann. Diese Offenheit unterstreicht die Dringlichkeit der Personalbeschaffung. Der Hintergrund sind die ambitionierten Pläne Moskaus, bereits im Jahr 2022 vierzehn neue Divisionen aufzustellen.
Die Situation zeigt, dass Russland trotz erheblicher Rekrutierungsprobleme an seinen militärischen Ambitionen festhält. Die Farce um das nicht existierende AKW Luhansk offenbart die Ineffektivität solcher Werbekampagnen, die gezielt Personen mit geringer Diensttauglichkeit ansprechen. Experten bewerten dies als problematisch für die Kampffähigkeit der Truppe, was sich langfristig auf die Operationsfähigkeit der russischen Streitkräfte in der Ukraine auswirken könnte.
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