Argentinien wendet sich von Russland ab: Atomgeschäft geht an die USA verloren.
Die russisch-argentinische Zusammenarbeit im Atomsektor stockt
Nach Angaben von Espreso.tv: Der russische Botschafter in Argentinien, Dmitri Feoktistow, hat bestätigt, dass die gemeinsamen Atomprojekte beider Länder derzeit auf Eis liegen. Grund dafür ist die neue politische Ausrichtung Argentiniens unter Präsident Javier Milei, der die Zusammenarbeit mit den USA klar priorisiert. Diese Entscheidung hat die Beziehungen zu Moskau nachhaltig belastet.
Ein 2018 unterzeichnetes strategisches Abkommen über die Nutzung der Kernenergie zu friedlichen Zwecken wird nicht umgesetzt. Konkrete Vorhaben wie der Bau von Reaktoren des Typs WWER-1200 oder ganzer Atomkraftwerke sind gescheitert. Gleichzeitig treibt Buenos Aires die Privatisierung des staatlichen Energieunternehmens Nucleoelectrica Argentina voran. Ein neuer Vertrag mit der US-Firma Meitner Energy über die Entwicklung eines kleinen modularen Reaktors unterstreicht den Schwenk hin zu amerikanischen Partnern.
Neue Wege in der argentinischen Atompolitik
Darüber hinaus ist Argentinien dem US-geführten Nuklearprogramm FIRST beigetreten, was die strategische Neuausrichtung untermauert. Das Land plant offenbar weder den Import von russischem Kernbrennstoff noch von fertigen Reaktoren. Bereits 2021 hatte der russische Konzern Uranium One versucht, Anteile am Lithiumprojekt Alpha Lithium Corporation zu erwerben. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch 2022 an den internationalen Sanktionen. Die Beteiligung ging daraufhin an die argentinische Techint-Gruppe. Uranium One konzentriert sich nun auf Lithiumvorkommen in Bolivien, das ebenfalls eine Annäherung an die USA sucht.
Diese Entwicklungen zeigen, wie die veränderte argentinische Außenpolitik die einst vielversprechende Zusammenarbeit mit Russland im Nuklearbereich zum Erliegen gebracht hat.
„Die Projekte werden nicht realisiert“, fasste Dmitri Feoktistow die Lage zusammen.
Die Abkehr von Russland und die Hinwendung zu den USA sind Teil eines globalen Trends: Immer mehr Nationen wählen Partnerschaften, die ihren strategischen Interessen besser entsprechen. Für Argentinien könnte dieser Kurswechsel den Energiesektor grundlegend verändern und langfristig sowohl die heimische Wirtschaft als auch die internationalen Beziehungen des Landes prägen.
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