Moskau dementiert neue Mobilisierungswelle – Wehrmeldeämter forcieren die Ausgabe von Einberufungsbescheiden.
Mobilisierung in Russland: Hintergründe und aktuelle Entwicklungen
Nach Angaben von Espreso.tv: In Russland wird weiterhin über eine mögliche neue Mobilisierungswelle diskutiert, während die offiziellen Stellen eine solche vehement verneinen. Kremlsprecher Dmitri Peskow stellte Ende März 2023 klar, dass eine zweite Mobilmachung derzeit nicht auf der Tagesordnung stehe. Die Erfahrungen mit der Teilmobilisierung von 2022 werfen jedoch viele Fragen auf und hinterlassen ein geteiltes Echo in der Gesellschaft.
Am 21. September 2022 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin das Dekret zur „Teilmobilmachung in der Russischen Föderation“. Verteidigungsminister Sergej Schoigu kündigte damals die Einberufung von 300.000 Reservisten an. Tatsächlich wurden bis zum 14. Oktober 2022 rund 222.000 Personen eingezogen. Bereits am 18. Oktober erklärten die Moskauer Behörden die Mobilmachungsmaßnahmen für vorzeitig beendet.
Militärische Kennzahlen und Personalaufwuchs
Die Gesamtstärke der russischen Streitkräfte soll von 1.502.600 auf 1.535.000 Soldaten im Jahr 2026 anwachsen. Im ersten Quartal 2026 schlossen täglich etwa 800 Personen Verträge mit dem Verteidigungsministerium ab – ein deutliches Zeichen für eine forcierte Rekrutierung. Seit Beginn des Jahres 2026 stellen die Wehrmeldeämter vermehrt Mobilmachungsbescheide an Reservisten aus, was auf eine Vorbereitung auf mögliche politische Kurswechsel hindeuten könnte.
Präsident Putin selbst ließ verlauten, die Mobilmachung laufe
„angeblich planmäßig“– eine Aussage, die zusätzliche Zweifel an der tatsächlichen Lage nährt. Zudem sind für den 18. bis 20. September 2026 die Wahlen zur Staatsduma angesetzt, die künftige militärpolitische Entscheidungen beeinflussen könnten.
Insgesamt bleibt die Mobilisierungssituation in Russland widersprüchlich: Die offiziellen Dementis einer neuen Einberufungswelle könnten darauf abzielen, soziale Spannungen abzubauen – insbesondere angesichts der negativen Erfahrungen von 2022. Gleichzeitig deuten die verstärkte Aktivität der Wehrmeldeämter und der steigende Personalbestand darauf hin, dass die Regierung sich auf neue Herausforderungen vorbereitet. Dies nährt weiterhin Spekulationen über eine mögliche zweite Mobilmachung, auch wenn die Regierung diese bestreitet.
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