Fünf Jahre und neun Monate Haft für russischen Comedian: Ein Witz über einen Kriegsveteranen wird ihm zum Verhängnis.
Das Urteil gegen Artjom Ostamin
Nach Angaben von TSN.ua: Ein Moskauer Gericht hat am 4. Februar den russischen Stand-up-Comedian Artjom Ostamin zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Der Grund war ein Witz über einen beinamputierten Kriegsveteranen, der bei Nationalisten und militärnahen Bloggern Empörung auslöste. Zusätzlich zur Haft muss Ostamin eine Geldstrafe in Höhe von 300.000 Rubel (etwa 3.908 US-Dollar) zahlen. Die Verurteilung erfolgte unter dem Vorwurf der Herabwürdigung militärischen Ruhms.
Der Witz und seine Folgen
Der verhängnisvolle Auftritt fand in der YouTube-Sendung 'Stand-up in 60 Sekunden' statt. Die darauf folgende öffentliche Entrüstung mündete in ein Strafverfahren. Im März des vergangenen Jahres versuchte Ostamin, Russland zu verlassen, wurde jedoch in Belarus festgenommen. Bei dieser Festnahme wurde er nach eigenen Angaben misshandelt: Man habe ihn geschlagen und ihm die Haare abrasiert.
In seiner Verteidigung betonte Ostamin, sein Witz habe keinen Bezug zur sogenannten 'militärischen Spezialoperation' gehabt. Nach dem Urteilsspruch ließ er seiner Wut freien Lauf und erklärte:
„Zum Teufel mit eurer Rechtsprechung“.
Der Fall hat in der russischen Gesellschaft große Wellen geschlagen und die Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit neu entfacht. Die Verurteilung von Artjom Ostamin zeigt die zunehmend restriktive Haltung gegenüber jeglicher Äußerung, die als kritisch gegenüber staatlich geschützten Narrativen wahrgenommen wird – selbst wenn sie in humoristischer Form erfolgt. Für viele Kulturschaffende ist dies ein beunruhigendes Signal, das zur Selbstzensur führen kann.
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