Sieben Öltanker für die Slowakei: Wie ein Angriff die Energieversorgung umkrempelt.

Sieben Öltanker für die Slowakei: Wie ein Angriff die Energieversorgung umkrempelt
Sieben Öltanker für die Slowakei: Wie ein Angriff die Energieversorgung umkrempelt

Die neue Ölversorgungslage der Slowakei

Nach Angaben von TSN.ua: Nach der Beschädigung der ukrainischen Pipeline "Druschba" hat das slowakische Unternehmen Slovnaft, das zuvor vollständig von russischem Öl abhängig war, sieben Tankschiffe mit Rohöl aus Saudi-Arabien, Norwegen, Kasachstan und Libyen geordert. Diese Maßnahme soll die Wiederaufnahme der vollen Produktion in den Raffinerien ab April 2023 ermöglichen.

Am 18. Februar kündigte Slovnaft-Chef Gabriel Szabó die Ankunft der Rohöllieferung in einem kroatischen Hafen an. Bis April wird die Produktion jedoch gedrosselt bleiben, da das Unternehmen auf seine strategischen Reserven zurückgreifen muss, die für mindestens 90 Tage ausgelegt sind. Hintergrund ist ein russischer Angriff auf die Infrastruktur der "Druschba"-Pipeline bei Brody in der Oblast Lwiw am 27. Januar, der den Öltransit nach Ungarn und in die Slowakei unterbrach.

Herausforderungen für die Energiesicherheit

Ungarn hat zudem erklärt, keinen Diesel mehr in die Ukraine zu exportieren, solange die Öltransporte durch die "Druschba"-Leitung nicht wieder aufgenommen werden. Ein Vertreter der EU-Kommission sieht "kurzfristig kein Risiko für die Versorgungssicherheit". Georg Zachmann, Energieexperte des Brüsseler Think-Tanks Bruegel, betonte jedoch,

'die Ausnahmeregelungen für Ungarn und die Slowakei zum weiteren Bezug von russischem Öl sind zeitlich begrenzt'
und dass 'es alternative Lieferquellen für diese Länder gibt, aber leider sehen wir keine ernsthaften Bemühungen, sich vom russischen Öl zu lösen'.

So sucht Slovnaft zwar aktiv nach neuen Bezugsquellen, um die Produktion zu stabilisieren, doch die Lage der Ölversorgungssicherheit bleibt angespannt.

Die Vorgänge zeigen die anhaltende Abhängigkeit der Slowakei und Ungarns von russischer Energie und verdeutlichen die Schwierigkeiten, vor denen viele europäische Staaten bei der Sicherung ihrer Energieversorgung stehen. Die Suche nach neuen Lieferländern mag ein Schritt in Richtung Diversifizierung sein, doch die Wiederherstellung der "Druschba"-Pipeline bleibt ein Schlüsselfaktor für die Versorgungsstabilität in der Region.


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