Demografische Klufta der Ukraine: Verlust durch den Krieg könnte 10 Millionen Menschen erreichen.
Nach Angaben von ТСН: Demografische Verluste der Ukraine aufgrund des großangelegten Krieges könnten 10 Millionen Menschen erreichen.
Diese Schätzung, unter Berücksichtigung von Verlusten durch Tod, Emigration und andere Faktoren, wurde von der Direktorin des Instituts für Demografie und soziale Studien der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine, M.V. Ptuchas, Ella Libanova, in einem Interview geäußert.
Die Situation als 'demografische Kluft'
Ella Libanova betonte, dass diese Verluste eine 'demografische Kluft' bilden. Sie erklärte detailliert, dass in die Berechnung von 10 Millionen alle kriegsbedingten Faktoren einfließen:
„Diese Zahl umfasst alles: zusätzliche Sterblichkeit, zusätzlichen Rückgang der Geburtenrate, das heißt nicht geborene Kinder aufgrund des Krieges. Das ist Migration und Besetzung. Kann es anders sein? Wahrscheinlich, ja. Aber ich sehe momentan keine anderen Varianten. Zu den genannten Faktoren sollte ein weiterer hinzugefügt werden – der Einfluss auf die Altersstruktur durch nicht geborene Kinder. Denn wenn es um Sterblichkeit geht, sind alle betroffen: sowohl Kinder als auch Erwachsene.“
Die genauen Ausmaße des Einflusses des Krieges auf die zukünftige Demografie werden erst nach dessen Beendigung und der Durchführung einer Volkszählung klar sein. Dennoch ermöglichen Daten von Eurostat und anderen Quellen bereits erste Schlussfolgerungen zur Migration.
Emigration und ihre Folgen
Etwa 4,3 Millionen Ukrainer sind aus dem Land emigriert (laut Eurostat). Zu dieser Zahl können weitere 700.000 hinzugerechnet werden, die sich in Großbritannien, den USA, Kanada, Lateinamerika, Georgien und Moldawien aufhalten. Somit beträgt die Gesamtzahl der Kriegsflüchtlinge im Ausland etwa 5 Millionen Menschen.
Unter den Migranten machen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ein Drittel aus, während lediglich 6 % der Menschen 65 Jahre und älter sind.
Früher kommentierte Libanova auch die Möglichkeit eines nachkriegszeitlichen Babybooms, ähnlich dem, der nach dem Zweiten Weltkrieg stattfand.
Diese Daten unterstreichen die ernsthaften demografischen Herausforderungen, denen die Ukraine infolge des Krieges gegenübersteht. Verlustene Generationen, gesunkene Geburtenraten und massenhafte Emigration könnten erhebliche Auswirkungen auf die sozioökonomische Entwicklung des Landes in den kommenden Jahrzehnten haben. Fachleute fordern bereits die Entwicklung von Strategien, die helfen sollen, diese Probleme nach Beendigung des Konflikts zu lösen.
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