Ukrainischer Priester flieht nach Russland und unterstützt Kreml-Propaganda – trotz Brudertod im Krieg.

Ukrainischer Priester flieht nach Russland und unterstützt Kreml-Propaganda – trotz Brudertod im Krieg
Ukrainischer Priester flieht nach Russland und unterstützt Kreml-Propaganda – trotz Brudertod im Krieg

Ein Geistlicher wechselt die Fronten

Nach Angaben von TSN.ua: Der ukrainische Priester Oleksiy Onishchuk, der der Moskauer Patriarchatskirche (UPC MP) in der Region Riwne angehörte, hat sich nach Russland abgesetzt. Dort unterstützt er nun offen die Propaganda des Kreml. Dies geschieht vor einem tragischen persönlichen Hintergrund: Sein Bruder Oleksandr fiel Ende Mai 2022 im Kampf gegen die russischen Invasoren.

Neuanfang in Russland nach persönlicher Tragödie

Nach dem Tod seines Bruders verließ Onishchuk die Ukraine und übernahm in Russland die Stelle als Oberhaupt der Pokrowski-Kirche in der Siedlung Lunacharski bei Toljatti. Bereits 2019 hatte er in der Ukraine eine Kirche im Gebiet Kostopil verloren, weil er den Übertritt zur orthodoxen Kirche der Ukraine verweigerte. Anschließend baute er mit Spendengeldern eines Gönners eine neue Kirche für das Moskauer Patriarchat.

Diese Entwicklung ist auch vor dem Hintergrund weiterer Vorfälle innerhalb der UPC MP zu sehen. So wurde etwa aus Kiew berichtet, dass am Kloster 'Holosiivska Pustyn' eine illegale Schule betrieben wurde, die ukrainische Kinder angeblich indoktrinierte. Solche Berichte skizzieren das Umfeld, in dem sich Onishchuks Handeln bewegt.

Der Fall verdeutlicht die tiefen Zerwürfnisse innerhalb der religiösen Landschaft im Krieg. Die Flucht des Priesters und seine propagandistische Tätigkeit für den Aggressor stößt bei vielen Gläubigen in der Ukraine, die selbst Verluste erlitten haben, auf Unverständnis und Empörung. Sein Schicksal wirft grundsätzliche Fragen nach der Rolle religiöser Institutionen in geopolitischen Konflikten und ihrem Einfluss auf die Gesellschaft auf.


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