Sonderermittlungen gegen Janukowytsch und 16 weitere Ex-Funktionäre eingeleitet.
Ermittlungen in Abwesenheit gegen Wiktor Janukowytsch
Nach Angaben von Espreso.tv: Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat bekannt gegeben, dass ein spezielles vorgerichtliches Ermittlungsverfahren gegen Wiktor Janukowytsch und 16 weitere ehemalige hochrangige Amtsträger eingeleitet wurde. Sie stehen im Zusammenhang mit einem Strafverfahren wegen einer kriminellen Organisation, die der Ex-Präsident zwischen 2010 und 2014 aufgebaut haben soll. Laut Krawtschenko erstreckte sich dieses System nahezu auf alle staatlichen Bereiche und Regionen des Landes. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die mutmaßliche Machtausnutzung während Janukowytschs Amtszeit.
Den Ermittlungen zufolge nutzte Janukowytsch ab dem 25. Februar 2010 seine Befugnisse nicht mehr im Interesse des Staates. Im Jahr 2013 ordnete er den Einsatz von Strafverfolgungsbehörden und der ukrainischen Streitkräfte an, um gewaltsam gegen Protestierende vorzugehen. Zwischen dem 21. November 2013 und dem 20. Februar 2014 kamen 70 Zivilisten ums Leben, und mehr als 1.200 Demonstranten erlitten Verletzungen.
Strafrechtliche Verantwortung
In dem Strafverfahren werden 17 ehemalige Spitzenbeamte der Staatsführung zur Verantwortung gezogen, darunter:
- der ehemalige Premierminister Mykola Asarow;
- der damalige Innenminister;
- der Chef des Sicherheitsdienstes der Ukraine sowie deren Stellvertreter;
- Leiter von Abteilungen des SBU, des Verteidigungsministeriums und der Befehlshaber der Inneren Truppen des Innenministeriums.
Als Sicherungsmaßnahmen für die Beschuldigten wurde Untersuchungshaft angeordnet.
Die vorgerichtlichen Ermittlungen gegen die Verdächtigen wurden im Rahmen eines speziellen Verfahrens in Abwesenheit (in absentia) durchgeführt. Wie Ruslan Krawtschenko betonte:
„Der Abschluss der Ermittlungen ist kein Endpunkt, sondern ein Übergang zur nächsten Phase der Verantwortungsübernahme.“Bereits im April 2023 wurde ein ehemaliger Kompaniechef der Spezialeinheit ‚Berkut‘ in Kiew zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er Waffen vernichtet hatte.
Mit den Ermittlungen gegen Wiktor Janukowytsch und 16 weitere ehemalige Spitzenbeamte beginnt ein neues Kapitel in einem Fall, der laut Staatsanwaltschaft eine kriminelle Organisation betrifft, die dem Land während ihrer Regierungszeit erheblichen Schaden zugefügt hat.
Die Durchführung dieser speziellen Vorermittlungen zeigt, dass die Justiz gegenüber den Verantwortlichen für die Ereignisse des Euromaidan weiter voranschreitet – ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit in der Ukraine. Dies könnte auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Strafverfolgungsbehörden beeinflussen, da die Gesellschaft eine Bestrafung der Schuldigen an Verbrechen gegen Zivilisten erwartet. Die weiteren Verfahrensschritte werden entscheiden, wie die historischen Geschehnisse aus Janukowytschs Herrschaftszeit rechtlich aufgearbeitet werden.
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