Verlassene Stationen und Tunnel: Was die Kiewer U-Bahn vor den Passagieren verbirgt.

Verlassene Stationen und Tunnel: Was die Kiewer U-Bahn vor den Passagieren verbirgt
Verlassene Stationen und Tunnel: Was die Kiewer U-Bahn vor den Passagieren verbirgt

Nach Angaben von ТСН: Die Kiewer U-Bahn ist nicht nur die gewohnten Routen und beleuchteten Plattformen, die täglich von Tausenden von Passagieren genutzt werden. Es ist auch ein riesiges Netzwerk stillgelegter Objekte, Dienstleistungszweige und technischer Labyrinthe. Forscher der städtischen Infrastruktur haben den Vorhang gelüftet und gezeigt, wie diese geschlossene Welt aussieht, die für fremde Augen unzugänglich ist.

Echos der Vergangenheit: Geistertunnel und Drucktüren

Eine der interessantesten Objekte der U-Bahn ist der stillgelegte Abschnitt zwischen den Stationen „Chreschtschatyk“ und „Universität“. Dieser Teil wurde Ende der 1980er Jahre nach der Eröffnung der Station „Teatralna“ aus dem Betrieb genommen. Jetzt gibt es hier keine Gleise mehr, und die ehemaligen Schienen sind Teil eines komplexen Belüftungssystems geworden. Eine besondere Atmosphäre schaffen hier alte Drucktüren – massive Metalltüren, die zum Schutz der Zivilbevölkerung im Falle von Katastrophen gedacht sind. Viele von ihnen sind bereits Teil der Geschichte geworden.

Einige der geheimnisvollsten Stationen der U-Bahn sind die „Geisterstationen“. Die bekannteste von ihnen ist „Lvivska Brama“, deren Bau 1997 aufgrund von Problemen mit dem Zugang zur Oberfläche gestoppt wurde. Neben ihr gibt es in den Untergrundtiefen die zeitlosen Stationen „Hertzen“ und „Telichka“, die immer noch auf ihre Entwicklung in zukünftigen Stadtprojekten warten.

Geheime Verbindungen und Bunker

Kaum ein Passagier weiß von der Existenz des dienstlichen Verbindungszweigs, der alle drei aktiven U-Bahn-Linien für den Zugverkehr zwischen den Depots verbindet. Doch das wahre Maß des U-Bahn-Systems beeindruckt in den technischen Zonen. In der Nähe des „Majdan Nesaleschnosti“ befindet sich ein komplizierter Umsteigeknotenpunkt, der nie fertiggestellt wurde. Und in der Nähe der „Arsenal’naya“ kann man einen stillgelegten Wartungspunkt finden.

Eines der größten Objekte bleibt der unvollendete Dieseltank aus den späten 80ern – ein riesiges unterirdisches Labyrinth, dessen Ausmaße mit einem ganzen Wohnviertel verglichen werden können.

Forscher betonen, dass trotz des faszinierenden Anblicks dieser Orte die U-Bahn ein strategisches Objekt mit einem erhöhten Gefahrenniveau bleibt. Versuche, eigenständig in die Diensttunnel zu gelangen, sind nicht nur illegal, sondern können aufgrund der hohen Spannung und der speziellen Arbeitsweise der U-Bahn auch lebensgefährlich sein.

Wir erinnern daran, dass in Dnipro die Passagiere in der U-Bahn den Marmor mit erstaunlichen Artefakten genießen können – unter den Steinen finden sich echte Abdrücke von Ammoniten, die Hunderten von Millionen Jahren alt sind.

In Kiew wurde zudem vorübergehend das Riesenrad in Podil aufgrund von Sicherheitsbedenken für die Besucher außer Betrieb genommen. Die Attraktion wurde auf Beschluss des Gerichts beschlagnahmt.

Die Erhaltung und Rekonstruktion der heimischen U-Bahnen eröffnet neue Möglichkeiten für die Entwicklung der städtischen Infrastruktur. Die Erforschung geschlossenener Abschnitte kann ein wichtiger Bestandteil der Planung zukünftiger Projekte und der Verbesserung bestehender Verkehrssysteme werden. Gleichzeitig bleibt die Sicherheit oberste Priorität, da die unterirdischen Labyrinthe viele Geheimnisse über die Geschichte der Stadt und die aktuellen Herausforderungen verbergen können.

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