Lwiw: Fahrer wegen Störung der Schweigeminute mit Geldstrafe belegt.
Zwischenfall in Lwiw
Nach Angaben von TSN.ua: Am 12. Februar um 09:00 Uhr kam es auf der Maloholoskivska-Straße in Lwiw zu einem empörenden Vorfall. Ein 58-jähriger Fahrer aus dem Gebiet Ternopil hatte sein Auto angehalten, um an der landesweiten Schweigeminute für die Opfer der russischen Aggression teilzunehmen. Diese Geste der Ehrung wurde jedoch von einem 51-jährigen BMW-Fahrer aus Lwiw massiv gestört.
Der BMW-Lenker begann zu hupen, beschimpfte den wartenden Fahrer und forderte ihn lautstark auf, die Straße freizumachen. Solche Schweigeminuten sind in der Ukraine seit Kriegsbeginn ein wichtiges Symbol des Gedenkens und der nationalen Einheit. Aufgrund seines Verhaltens wurde gegen den Lwiwer ein Verwaltungsprotokoll nach Artikel 173 (Kleinere Rowdytaten) erstellt. Das kann eine Geldstrafe in Höhe von drei bis sieben steuerfreien Mindesteinkommen nach sich ziehen.
Erklärung des BMW-Fahrers
Der betroffene Fahrer äußerte sich später zu dem Vorfall und gab an:
„Was stehst du da, fahr weiter. Idiot. Fahr zur Seite.“Er begründete sein Verhalten damit, das Signal zur Schweigeminute nicht gehört zu haben, da er in Eile gewesen sei, um seine Tochter ins Krankenhaus zu bringen. Die gesetzlich verankerte Schweigeminute war erst am Vortag, dem 11. Februar, von der Werchowna Rada, dem ukrainischen Parlament, als landesweites Gedenken eingeführt worden.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Spannungen in der kriegsgebeutelten Gesellschaft. Er unterstreicht, wie wichtig die Achtung vor gemeinsamen Ritualen des Gedenkens und ein respektvolles Miteinander sind, besonders in Zeiten, in denen das Land um seine Souveränität und um das Gedenken an seine Gefallenen kämpft.
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