Ukraine erfasst Staatsimmobilien: So sollen Vertriebene Wohnraum erhalten.

Ukraine erfasst Staatsimmobilien: So sollen Vertriebene Wohnraum erhalten
Ukraine erfasst Staatsimmobilien: So sollen Vertriebene Wohnraum erhalten

Eine neue Initiative für die Unterbringung von Vertriebenen

Nach Angaben von Novyny.live: Die ukrainische Regierung ergreift konkrete Maßnahmen, um die Wohnraumsuche für Binnenvertriebene zu beschleunigen. Dazu wird nun eine landesweite Bestandsaufnahme von staatlichen und kommunalen Immobilien durchgeführt, die zu Wohnraum umgebaut werden könnten. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit mit der internationalen Organisation Habitat for Humanity umgesetzt und basiert auf dem Gesetz Nr. 4080. Die erste Phase startet in drei Regionen: der Oblast Kiew, der Oblast Iwano-Frankiwsk und der Oblast Poltawa.

Im Rahmen dieser Initiative sollen zunächst 60 bis 70 Gebäude identifiziert werden, von denen 10 bis 15 für eine tatsächliche Renovierung und Umnutzung ausgewählt werden. Der Regierungsvertreter Oleksii Kuleba nahm zu den Erwartungen und Befürchtungen in der Bevölkerung Stellung:

„Ich nehme viele Fragen und emotionale Reaktionen zum Thema Wohnraum für Vertriebene und andere vulnerable Gruppen wahr. Deshalb möchte ich die Sachlage klarstellen“
. Er betonte ausdrücklich, dass private Immobilien nicht betroffen sind:
„Es gibt keine Entscheidungen über Enteignungen oder Eingriffe in Privateigentum, und das kann es auch nicht geben“
.

Zielsetzung und geplanter Ablauf des Projekts

Das Kernziel ist es, leerstehende öffentliche Gebäude einer sozialen Nutzung zuzuführen und so dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.

„Unser Ansatz ist einfach: Wenn es in einer Gemeinde ein ungenutztes staatliches oder kommunales Gebäude gibt, dann soll es den Menschen dienen“
, so Kuleba weiter. Angesichts von über 3,5 Millionen Binnenvertriebenen in der Ukraine ist der Aufbau eines digitalen Wohnraum-Managementsystems für diese Personengruppe ein wichtiger Schritt. Dieses System soll ab Oktober 2026 vollständig operativ sein.

Die Bestandsaufnahme betrifft ausschließlich öffentliches Eigentum. Bei der Auswahl der Gebäude werden sowohl wirtschaftliche als auch technische Machbarkeit geprüft. Die Initiative verfolgt somit einen doppelten Zweck: Sie soll die Lebensbedingungen der Vertriebenen verbessern und gleichzeitig vorhandene Ressourcen effizienter nutzen. Dies ist vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges und begrenzter staatlicher Finanzmittel von besonderer Bedeutung.

Die systematische Erfassung und mögliche Umwidmung von Staatsimmobilien stellt eine wichtige Komponente bei der Bewältigung der enormen Wohnraumkrise dar. Die Zahl der Vertriebenen übersteigt die Einwohnerzahl Berlins um ein Vielfaches. Durch die Nutzung brachliegender öffentlicher Liegenschaften könnte die Initiative eine spürbare Entlastung bringen und staatliche Mittel zielgerichteter einsetzen.


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