Veteranen protestieren in Tscherkassy: Leichnam eines Gefallenen und Polizeichef im Fokus.
Demonstration von Kriegsveteranen in Tscherkassy
Nach Angaben von TSN.ua: In der ukrainischen Stadt Tscherkassy haben ehemalige Soldaten protestiert. Sie fordern die Herausgabe der sterblichen Überreste des getöteten Sergej Rusinow an seine Familie sowie die Entlassung des Leiters der Nationalpolizei, Oleh Hudyma. Die Teilnehmer zeigten sich empört darüber, dass der Leichnam Rusinows bislang nicht übergeben wurde, und verlangten Konsequenzen für die Verantwortlichen in den Strafverfolgungsbehörden.
Hintergrund der tragischen Ereignisse
Auslöser der Proteste ist ein Vorfall vom 27. Januar 2023 in der Oblast Tscherkassy. Bei einem Festnahmeversuch eröffnete ein Mann das Feuer auf Polizeikräfte. Bei dem Schusswechsel kamen vier Beamte ums Leben, ein weiterer wurde verletzt. Der Schütze, der anschließend von Polizeisondereinheiten erschossen wurde, war der ehemalige Soldat Sergej Rusinow. Solche Vorfälle belasten das Verhältnis zwischen Veteranen und dem Staat seit langem.
Oleh Slobodjanyk, einer der Demonstranten, erklärte:
„Unsere Forderungen zu Rusinow sind: Gebt den Leichnam heraus, denn der Körper wird nicht übergeben. Man muss ihn der Erde übergeben, sich von ihm verabschieden und ihn wie einen Helden betrauern – er kämpfte 2014, ging 2022 wieder an die Front, und jetzt verteidigen seine beiden Söhne unser Mutterland.“
Die Veteranen riefen außerdem dazu auf, die Situation ehemaliger Soldaten stärker zu beachten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Konkret forderten sie die Abberufung des regionalen Polizeichefs Serhij Kowal.
Die Kundgebung fand vor dem Hintergrund einer breiten öffentlichen Debatte über die tragischen Ereignisse bei der Festnahme statt. Die Teilnehmer betonten die Bedeutung, der Toten würdig zu gedenken und die Rechte von Veteranen zu achten.
Der Protest spiegelt eine tiefe Unzufriedenheit in Teilen der Gesellschaft mit dem Vorgehen der Sicherheitskräfte wider. Er unterstreicht auch die dringende Notwendigkeit, das Gedenken an die Gefallenen zu wahren – ein zentrales Anliegen für die hinterbliebenen Familien. Die Forderung nach Herausgabe von Rusinows Leichnam zeigt den Wunsch nach einer würdigen Behandlung derer, die ihr Leben für die Ukraine gegeben haben, und nach einer besseren Absicherung der Veteranenrechte. Die Lage bleibt angespannt, während die Öffentlichkeit auf Reaktionen von staatlichen Stellen und der Polizei wartet.
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