Iran hat eine totale digitale Blockade eingeführt: Internet verschwand vor dem Hintergrund beispielloser Proteste.
Nach Angaben von ТСН: Die iranischen Behörden haben eine vollständige digitale Blockade eingeführt und den Zugang zum Internet in Teheran und anderen Regionen gesperrt. Dies geschah vor dem Hintergrund neuer Regierungsproteste, die von Experten bereits als 'beispiellos' bezeichnet werden.
Nach Angaben von CBS News hat die Organisation NetBlocks die Tatsache der landesweiten Kommunikationsunterbrechung um 08:30 Uhr Ortszeit bestätigt. Experten weisen darauf hin, dass dies im Zusammenhang mit verschärfter Zensur geschah, die darauf abzielt, die Proteste zu unterdrücken.
Quellen aus Teheran berichten von großen Menschenmengen auf den Straßen. Obwohl einige Geschäftsaccounts noch Zugriff auf das Netz hatten, war die Verbindung bald nahezu vollständig abgebrochen. Einschränkungen sind auch in den Städten Isfahan, Shiraz, Ludeghan und Abdanan zu beobachten.
Die Spannungen nahmen zu, nachdem der ins Exil geflüchtete Kronprinz Reza Pahlavi dazu aufgerufen hatte, gegen das Regime zu protestieren. Pünktlich um 20:00 Uhr ertönte im Iran aus den Fenstern anti-regierungsnahe Slogans, die Menschen gingen auf die Straße. Videos aus Mashhad zeigen Demonstranten, die nationale Flaggen zerreißen.
Analysten betrachten diesen Moment als kritisch: Das Maß der Reaktion auf den Aufruf Pahlavis könnte bestimmen, ob diese Unruhen zu einer ernsthaften Herausforderung für das Regime von Ayatollah Ali Khamenei werden. Laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists sind in den 12 Tagen der Proteste im Iran mindestens 39 Menschen (darunter vier Sicherheitskräfte) ums Leben gekommen, und mehr als 2260 Personen wurden festgenommen.
Der iranische Präsident Mahsud Pezeshkian, der während seines Wahlkampfs 2024 versprochen hatte, die Zensur zu lockern und das Internet 'zu befreien', hält derzeit seine Versprechen nicht ein. Führende soziale Netzwerke (TikTok, Facebook, X) und westliche Medien bleiben blockiert, während die Verbindungsgeschwindigkeit absichtlich verlangsamt wird, was die Nutzung von VPN erschwert.
Was über die Situation im Iran bekannt ist
Die Welle der anti-regierungs Proteste, die Ende Dezember begann, wurde durch eine tiefgreifende Wirtschaftskrise und einen dramatischen Rückgang des Rial hervorgerufen. Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge erstreckten sich die Proteste auf über 270 Siedlungen in 27 der 31 Provinzen des Landes.
Die Demonstranten kontrollieren zwei Städte im Westen des Iran. Gleichzeitig haben Regimegegner an Präsident der USA Donald Trump um Hilfe gebeten.
Das Außenministerium der Ukraine empfahl den Ukrainern, das Gebiet des Iran aufgrund der verschlechterten Sicherheitslage im Land zu verlassen.
Die laufenden Proteste im Iran spiegeln das tiefe Unbehagen der Bevölkerung über die wirtschaftliche Situation und die politischen Repressionen wider. Die Situation bleibt angespannt, und weitere Ereignisse könnten erhebliche Auswirkungen auf die innere Stabilität des Landes sowie auf die internationalen Beziehungen des Iran haben.
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