Fluchthilfe nach Moldau aufgeflogen: Zwei Männer in Odessa festgenommen.
Illegale Schleusung wehrpflichtiger Ukrainer nach Moldau
Nach Angaben von Novyny.live: In Odessa haben Ermittler ein Schleusernetzwerk zerschlagen, das Männer im wehrpflichtigen Alter über die Grenze nach Moldau bringen wollte. Die beiden Beschuldigten, 68 und 29 Jahre alt, wurden nahe der Grenze gestoppt, als sie ihre Kunden transportieren wollten. Für ihre Dienste verlangten sie zwischen 6.000 und 8.000 US-Dollar pro Person. Die Auftraggeber hatten bereits Anzahlungen in Höhe von insgesamt 2.500 US-Dollar auf ein Kryptowallet überwiesen.
Die Polizei stoppte die Fahrzeuge unweit der ukrainisch-moldauischen Grenze und nahm die Verdächtigen fest. Ihnen wird nun nach Artikel 332, Teil 3 des ukrainischen Strafgesetzbuches vorgeworfen, organisierte Fluchthilfe betrieben zu haben. Im Höchstfall drohen ihnen neun Jahre Haft sowie die Einziehung ihres Vermögens. Der ältere der beiden Männer steht derzeit unter Hausarrest, der Jüngere sitzt in Untersuchungshaft, kann aber gegen Kaution freikommen.
Weitere Fälle: Rentner und Mittelsmänner in das Visier der Ermittler geraten
Im Zuge der Ermittlungen deckten die Behörden zudem zwei ähnliche Fälle auf: Ein 71-jähriger Rentner aus der Region Wolyn soll einem Mann gegen 15.000 US-Dollar zur Flucht nach Moldau verholfen haben. Ein 55-jähriger Bewohner von Sokal wird angeklagt, weil er für 30.000 US-Dollar die illegale Ausreise eines Wehrpflichtigen organisiert haben soll. Diese Vorfälle verdeutlichen ein wachsendes Netzwerk von Schleusern, das in Zeiten des Krieges und der allgemeinen Mobilmachung in der Ukraine besonders aktiv ist.
Die jüngsten Festnahmen zeigen, wie ernst die Behörden das Problem der illegalen Ausreise nehmen – insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Einberufungen. Solche organisierten Fluchthilfen untergraben nicht nur die Wehrpflicht, sondern stellen auch ein Sicherheitsrisiko dar. Die Justiz reagiert hier mit aller Härte des Gesetzes.
Die Ermittler hoffen, dass diese Verhaftungen abschreckend wirken und potenzielle Nachahmer davon abhalten, ähnliche Straftaten zu begehen. Dennoch bleibt die Bekämpfung solcher Netzwerke eine Herausforderung, da die Nachfrage nach Fluchtmöglichkeiten ungebrochen hoch ist.
Lesen Sie auch
- EU-Kommissar bestätigt Verlängerung des Schutzes für Ukrainer bis 2027: Betrifft das auch Männer?
- Finnland verlängert Grenzschließung zu Russland: Das ändert sich für Ukrainer
- Kreml-Propaganda mit KI und Deepfakes: Wie falsche Migranten-Videos Panik schüren
- EU sichert über 1,15 Millionen Ukrainern Schutz: Neue Regeln betreffen nur Neuanträge
- Grenzkontrollen verschärft: 1100 Festnahmen im Mai – Frauen dürfen jetzt ausreisen
- Russland baut Netz von „Migrationszentren“ für Ukrainer aus: Zwangsrekrutierung oder Gefangenenaustausch?

