Exoplanet mit zwei Schweifen: James Webb hat erstmals ein einzigartiges Phänomen aufgezeichnet.
Die Entdeckung des Weltraumteleskops «James Webb»
Nach Angaben von ТСН: Die Atmosphäre eines heißen Jupiters hat sich fast über die Hälfte seiner Umlaufbahn gestreckt — das Weltraumteleskop «James Webb» hat erstmals einen Exoplaneten mit einem doppelten gasförmigen Schweif festgestellt. Beobachtungen zeigten, dass die überhitzte Atmosphäre faktisch in zwei Richtungen ins All entweicht.
Das beobachtete Objekt war der ultrahot Jupiter WASP-121b, auch bekannt als Tilios. Dieser Gasriese befindet sich etwa 858 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat eine Masse, die 1,18-mal so groß ist wie die von Jupiter. Der Planet umkreist seinen Stern in weniger als 30 Stunden, was dazu führt, dass die Atmosphäre von Tilios auf mehrere Tausend Kelvin erhitzt wird. Dies wiederum verursacht einen raschen Verlust leichter Elemente, vor allem Helium.
Früher gingen Wissenschaftler nur von der Existenz einer atmosphärischen Schweife aus und stützten ihre Schlussfolgerungen auf begrenzte Daten. Diesmal bestätigte ein internationales Team, das fast 37 Stunden kontinuierliche Überwachung des Planeten durchgeführt hat, seine Vermutungen. «James Webb» beobachtete Tilios während des gesamten orbitalen Zyklus — vor, während und nach dem Durchgang vor der Scheibe des Sterns.
Die gesammelten Daten zeigten, dass die Heliumatmosphäre weit über das Gravitationsfeld des Planeten hinausgeht. Einer der gasförmigen Schweife erstreckt sich hinter Tilios und entsteht durch den Einfluss des Sternwinds und intensiver Strahlung, die buchstäblich atmosphärische Partikel wegbläst. Der andere Schweif ist nach vorne entlang der Umlaufbahn gerichtet, wahrscheinlich aufgrund komplexer Wechselwirkungen zwischen der stellaren Gravitation und den Gasströmen. Insgesamt erreichen diese Strukturen eine Entfernung, die etwa hundertmal größer ist als der Durchmesser des Planeten selbst.
Die Wissenschaftler stellen fest, dass moderne theoretische Modelle die Bildung einer solchen doppelten Struktur nicht vollständig erklären können. Neue Beobachtungen bestätigen, dass der Verlust der Atmosphäre bei ultrahot Jupitern ein deutlich komplexerer Prozess ist, als zuvor angenommen. Diese Entdeckung wird helfen, die Evolution von Gasriesen besser zu verstehen und herauszufinden, ob sie im Laufe der Zeit erheblich an Atmosphäre verlieren können — bis hin zur Umwandlung in kompaktere Welten.
Dank jahrzehntelanger Beobachtungen des Weltraumteleskops «Hubble» konnten Astronomen eines der interessantesten Rätsel in der Forschung zu Exoplaneten in den letzten Jahrzehnten entschlüsseln.
Die Entdeckung des Teleskops «James Webb» erweitert nicht nur unser Verständnis von Exoplaneten, sondern wirft auch neue Fragen zu ihrer Evolution und dem Verlust von Atmosphären auf. Dies zeigt, dass es in der Welt der Weltraumforschung immer Raum für neue Entdeckungen und Rätsel gibt, die auf ihre Forscher warten.
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