Nach Koma durch Kriegsverletzung: Veteran wirft Polizisten Prügelattacke vor – Staatsanwaltschaft ermittelt.
Vorfall in Tschernihiw
Nach Angaben von TSN.ua: Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Amtsüberschreitung eingeleitet. Anlass ist der Vorwurf eines 43-jährigen Kriegsveteranen aus Tschernihiw, im Dezember 2023 von Polizeibeamten verprügelt worden zu sein. Der Mann war mit dem Fahrrad unterwegs, als er angehalten wurde.
Der Veteran, Dmytro Tjutjunnik, hatte sich 2022 den ukrainischen Streitkräften angeschlossen. Im April 2024 erlitt er bei Myrnohrad in der Region Donezk eine schwere Kriegsverletzung, die ihn für 18 Tage ins Koma stürzte. Nach dem Zwischenfall mit der Polizei diagnostizierten Ärzte bei ihm eine Gehirnerschütterung, Abschürfungen und Prellungen im Gesicht sowie eine Schulterluxation.
Der Soldat betont, er habe sich während der Festnahme zu erkennen gegeben und keinen Widerstand geleistet:
„Ich habe angefangen zu sagen, dass ich Kriegsveteran und behindert bin, dass sie nichts tun sollen, ich habe alle Dokumente dabei.“ - Dmytro Tjutjunnik
„Von mir gab es überhaupt keinen Widerstand“, so seine Schilderung. Der Generalstaatsanwaltschaft obliegt es nun, das Verhalten der beteiligten Streifenbeamten zu überprüfen. Solche Vorfälle stellen die Polizei in der kriegsgebeutelten Ukraine vor besondere ethische Herausforderungen.
Rechtsstaatlichkeit unter besonderer Beobachtung
Der Fall unterstreicht die fundamentale Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und ethischen Standards im polizeilichen Handeln. Dies gilt in besonderem Maße im Umgang mit Veteranen und Menschen mit Behinderungen. Das Ergebnis der Ermittlungen wird Einfluss auf das öffentliche Vertrauen in Polizei und Rechtsinstitutionen haben.
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