Weltbank: Wiederaufbau der Ukraine erfordert 588 Milliarden Dollar.
Die wirtschaftliche Erholung der Ukraine
Nach Angaben von TSN.ua: Eine gemeinsame Studie der Weltbank, der Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission und der ukrainischen Regierung kommt zu einem erschütternden Ergebnis: Der Wiederaufbau der Ukraine wird in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich 588 Milliarden US-Dollar kosten. Diese neue Schätzung liegt 12 Prozent über früheren Prognosen. Der Bewertungszeitraum erstreckt sich vom 24. Februar 2022 bis zum 31. Dezember 2025 und erfasst damit die direkten Folgen des großangelegten Angriffskrieges.
Die direkten Kriegsschäden belaufen sich auf 195 Milliarden Dollar, ein Plus von 11 Prozent gegenüber früheren Berechnungen. Über 14 Prozent des ukrainischen Wohnraums wurden beschädigt oder zerstört, was zu einem Verlust von 61 Milliarden Dollar in diesem Sektor führte. Die Transportinfrastruktur weist Schäden von 40 Milliarden Dollar auf, der Energiesektor von 25 Milliarden. Insgesamt belaufen sich die sozioökonomischen Verluste auf 667 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 13 Prozent entspricht.
Verheerende menschliche und soziale Folgen
Neben den materiellen Verlusten hat der Krieg auch tiefe demografische Wunden gerissen. Etwa 6 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer sind ins Ausland geflohen, weitere 4,6 Millionen sind innerhalb des Landes vertrieben worden. Die wirtschaftliche Leistungskraft des Landes ist massiv eingebrochen: Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt 21 Prozent unter dem Niveau vor Beginn der großangelegten Invasion.
Julia Swyrydenko, ukrainische Vizeministerpräsidentin, brachte die Dimension auf den Punkt: 'Die Gesamtsumme für den Wiederaufbau übersteigt das für 2025 prognostizierte nominale BIP des Landes um fast das Dreifache.'
Diese Zahlen verdeutlichen die gewaltigen Herausforderungen, vor denen die Ukraine bei der Bewältigung der Kriegsfolgen steht. Der Wiederaufbau ist eine Herkulesaufgabe, die enorme finanzielle Mittel und langfristige internationale Solidarität erfordert. Es geht nicht nur um die Reparatur von Infrastruktur, sondern um den Neubau einer widerstandsfähigen und wachsenden Wirtschaft. Ohne massive und verlässliche Unterstützung von außen wird dieser Prozess deutlich länger dauern als erhofft.
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