Wie Johannes Paul II. die Ukraine bewegte: Millionen Menschen und die Seligsprechung von Märtyrern.
Der Besuch von Papst Johannes Paul II. in der Ukraine
Nach Angaben von Espreso.tv: Im Juni 2001 reiste Johannes Paul II. für fünf Tage in die Ukraine – ein Ereignis, das sich tief ins kollektive Gedächtnis des Landes eingrub. In Kiew und Lemberg säumten Millionen Menschen die Straßen, um den Papst zu sehen. Höhepunkt war die Seligsprechung von 28 Märtyrern der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, die dem Besuch eine besondere religiöse und kulturelle Bedeutung verlieh. Dieser Moment war nicht nur ein Akt des Glaubens, sondern auch ein starkes Signal für die nationale Identität der Ukraine.
Der Papst landete am 23. Juni 2001 auf dem Flughafen Boryspil und küsste dort die Erde – eine Geste der Verbundenheit. Bereits am nächsten Tag, dem 24. Juni 2001, feierte er die erste heilige Messe im Sportkomplex „Tschajka“ in Kiew, zu der rund 150.000 Gläubige kamen. Für die katholische Gemeinschaft der Ukraine war dies ein historischer Augenblick, da sie die Worte des Papstes aus erster Hand hören konnten.
Am 25. Juni 2001 reiste Johannes Paul II. nach Lemberg weiter, wo etwa 300.000 Menschen an einer lateinischen Messe teilnahmen. Einen Tag später, am 26. Juni, traf er in der Siedlung Suchow mit der Jugend zusammen – rund 400.000 junge Menschen waren gekommen, um ihm zuzuhören. Diese beeindruckenden Zahlen zeigten, wie sehr die Ukrainer den Besuch des Papstes und seine Botschaften schätzten. Der Abschluss des Besuchs am 27. Juni 2001 war eine byzantinische Liturgie auf der Lemberger Pferderennbahn, die etwa 1,5 Millionen Menschen anzog. An diesem Tag erfolgte auch die Seligsprechung der 28 Märtyrer der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, ein symbolträchtiges Finale.
'Ich komme zu euch, liebe Bewohner der Ukraine, als Freund eures edlen Volkes' Papst Johannes Paul II.
Der Papst hinterließ in der Ukraine tiefe Spuren. Er betonte die Bedeutung der Freiheit mit den Worten: 'Freiheit erfordert ein starkes, verantwortungsbewusstes und reifes Gewissen.' Diese Aussage traf in der nachsowjetischen Ära auf besonderes Interesse und hallt bis heute nach.
Seliger Swjatoslaw, der den Besuch kommentierte, erklärte: 'Für immer wird der Heilige Vater in die Geschichte unserer Kirche und des ukrainischen Volkes eingehen als derjenige, der die Märtyrer des Kommunismus seliggesprochen hat.' Die Wirkung dieses Besuchs kann kaum überschätzt werden: Er festigte nicht nur religiöse Bindungen, sondern markierte auch einen wichtigen Schritt auf dem Weg der Ukraine zur Anerkennung ihrer eigenen Identität.
Wichtige Daten und Orte des Besuchs
Die Schlüsseldaten des Papstbesuchs waren:
- 23. Juni
- 24. Juni
- 25. Juni
- 26. Juni
- 27. Juni
Zu den besuchten Orten zählten Boryspil, Kiew, Lemberg, das Askold-Grab, Babyn Jar, der Park der Ehre und die Lemberger Pferderennbahn. Der Besuch von Johannes Paul II. prägte die Geschichte der ukrainischen Kirche und Gesellschaft nachhaltig.
Der Papstbesuch im Jahr 2001 stärkte die Position der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche erheblich und unterstrich die Relevanz religiöser Werte im öffentlichen Leben. Er trug entscheidend zur Herausbildung einer ukrainischen Identität bei, die sich historischen Herausforderungen stellen musste. Die Unterstützung des Papstes und seine Botschaften über Freiheit und Verantwortung hatten großen Einfluss auf die Menschen in der Ukraine – besonders in der post-sowjetischen Zeit – und sind bis heute von Bedeutung.
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