Island fordert Aufklärung nach umstrittenem Scherz des US-Botschafterkandidaten.
Diplomatischer Eklat um vermeintlichen US-Annexionswitz
Nach Angaben von TSN.ua: Ein scherzhafter Kommentar des US-Politikers Billy Long über einen angeblichen 52. Bundesstaat hat in Island zu einem diplomatischen Vorfall geführt. Das isländische Außenministerium hat deshalb die US-Botschaft um eine offizielle Stellungnahme gebeten. Long, der für den Posten des US-Botschafters in Island nominiert ist, hatte in einem Interview den Witz gemacht, er werde dort als Gouverneur des 52. Staates amtieren – eine Anspielung, die in der isländischen Bevölkerung auf scharfe Kritik stieß.
Tausende Isländer unterzeichneten daraufhin eine Petition an Außenministerin Katrín Jakobsdóttir, in der sie ihr Unbehagen über die als beleidigend empfundenen Äußerungen zum Ausdruck brachten. Der Abgeordnete Sigmar Guðmundsson von der Liberalen Reformpartei bestätigte die große öffentliche Besorgnis. Solche Aussagen berühren in Island, das erst 1944 seine volle Souveränität erlangte, einen sensiblen Nerv.
Entschuldigung und anhaltende Zweifel
Auf den öffentlichen Druck hin hat sich Billy Long in einem Interview mit Arctic Today für seine Worte entschuldigt. Er erklärte, der Scherz sei in einem lockeren Gespräch entstanden und habe sich eigentlich auf Jeff Landry als 'Gouverneur von Grönland' bezogen. Trotz dieser Erklärung prüft das isländische Außenministerium weiterhin die Angemessenheit der Äußerungen des Kandidaten.
Der Vorfall zeigt, wie schnell diplomatische Fettnäpfchen das Vertrauen zwischen Nationen beschädigen können. Die Entschuldigung von Long könnte für viele Isländer zu wenig sein, solange seine Eignung für den wichtigen Botschafterposten infrage steht. Die Episode unterstreicht, wie sensibel selbst vermeintliche Scherze im internationalen Kontext aufgenommen werden, wenn sie nationale Souveränität und Identität betreffen.
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