Streit um UPA-Ehrung: Polen entzieht Selenskyj den Orden des Weißen Adlers.

Streit um UPA-Ehrung: Polen entzieht Selenskyj den Orden des Weißen Adlers
Streit um UPA-Ehrung: Polen entzieht Selenskyj den Orden des Weißen Adlers

Diplomatischer Konflikt zwischen Kiew und Warschau

Nach Angaben von Espreso.tv: Ein neuerlicher historischer Disput belastet die Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen. Auslöser ist die Entscheidung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, einem Spezialeinsatzzentrum den Ehrennamen ‚Helden der UPA‘ zu verleihen. Polens Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte daraufhin an, Selenskyj die höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, wieder zu entziehen.

Am 26. Mai 2026 unterzeichnete Selenskyj ein Dekret, das dem militärischen Verband ‚Norden‘ den umstrittenen Namenszusatz verlieh. Nur drei Tage später, am 29. Mai 2026, erklärte Nawrocki öffentlich seine Absicht, die Auszeichnung zurückzufordern. Ein entscheidender Schritt erfolgte am 8. Juni 2026, als in Polen das Kapitel des Ordens des Weißen Adlers zusammentrat, um über die Angelegenheit zu beraten.

Politische Reaktionen und Stimmen

Bereits Anfang Juni 2026 startete die polnische Organisation Akcja Demokracja eine Unterschriftensammlung, die sich an Premierminister Donald Tusk richtete. Nawrocki begründete seinen Schritt mit den Worten: ‚Aufgrund der Zustimmung Wolodymyr Selenskyjs, einer Militäreinheit den Namen ‚Helden der UPA‘ zu geben, habe ich beschlossen, dem ukrainischen Präsidenten den Orden des Weißen Adlers zu entziehen.‘ Gleichzeitig betonte er jedoch: ‚Polen bleibt zur Zusammenarbeit mit der Ukraine bereit.‘

Donald Tusk mahnte: ‚Wenn wir uns um die Vergangenheit streiten, gewinnt jemand anderes die Zukunft.‘

Der polnische Regierungschef erinnerte an die Verantwortung für eine Lösung des Konflikts und stellte klar: ‚Die Verantwortung für die Beilegung der Auseinandersetzung zwischen Kiew und Warschau bezüglich der Einheit namens Helden der UPA liegt allein auf ukrainischer Seite.‘ Auch Włodzimierz Czarzasty äußerte sich und betonte: ‚Es liegt im polnischen Interesse, gute Beziehungen zur Ukraine zu pflegen.‘

Der Vorfall verdeutlicht, wie sehr historische Narrative selbst tiefe strategische Partnerschaften belasten können. Beide Länder teilen grundlegende Sicherheitsinteressen, doch immer wieder brechen alte Wunden auf, die den gemeinsamen Weg erschweren. Ein konstruktiver Dialog bleibt unerlässlich, um solche Verstimmungen zu überwinden und die Zusammenarbeit nicht zu gefährden.


Lesen Sie auch

Werbung