Ukraine reformiert Wohnungsrecht: Nur vier Personengruppen erhalten weiterhin staatlichen Wohnraum.
Historische Wende im Wohnrecht
Nach Angaben von Novyny.live: Mit der Unterzeichnung des Gesetzes Nr. 12377 durch den ukrainischen Präsidenten tritt eine grundlegende Reform des Wohnrechts in Kraft. Sie beendet die Ära des sowjetischen Wohnrechtsgesetzbuches und das Prinzip der kostenlosen Wohnraumzuweisung. Diese Neuregelung markiert einen zentralen Schritt zur Modernisierung der Wohnungspolitik.
Kernpunkte der Neuregelung
Das bisher geltende sowjetische Wohnrechtsgesetzbuch, das jahrzehntelang die Wohnverhältnisse regelte, wird abgeschafft. Allerdings behalten vier definierte Bevölkerungsgruppen weiterhin einen Anspruch auf staatlich bereitgestellten Wohnraum:
- Militärangehörige und ihre Familien;
- Binnenvertriebene;
- Waisen;
- Menschen mit Behinderung und Opfer von Katastrophen.
Das Konzept der unbefristeten Wohnraumnutzung entfällt zwölf Monate nach dem Ende des Kriegsrechts. Die staatliche Wohnungspolitik wechselt damit zum Modell der Sozialmiete. Zu den Neuerungen gehört auch die Möglichkeit, Wohnungen noch während des Kriegsrechts und bis zu einem Jahr nach dessen Ende zu privatisieren. Roman Simutin brachte die neue Philosophie auf den Punkt:
„Die Wohnung gehört Ihnen nicht. Sie leben lediglich darin. Wenn Sie sie an Ihre Kinder weitergeben möchten, müssen Sie sie erwerben.“ - Roman Simutin
Ziel der Reform ist es, das Wohnrecht an die aktuellen gesellschaftlichen Realitäten und Bedürfnisse anzupassen und die Versorgung vulnerabler Gruppen neu zu regeln.
Diese Wohnungsreform ist Teil eines umfassenden Transformationsprozesses der ukrainischen Gesetzgebung im Kontext des Wiederaufbaus nach dem Krieg. Die Abschaffung des sowjetischen Wohnrechts und der Übergang zur Sozialmiete dürften die Wohnverhältnisse im Land grundlegend verändern. Erwartet wird eine gerechtere und transparentere Verteilung der Wohnressourcen, die insbesondere die soziale Stabilität für schutzbedürftige Bürger stärken soll.
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