Im Tschernobyl-Gebiet wurde ein Eichhörnchen gefilmt: wie das Tier in der radioaktiven Wüste überlebt.
Im Tschernobyl-Gebiet wurde ein weiterer Einheimischer entdeckt - ein Eichhörnchen oder gewöhnliches Eichhörnchen. Das flauschige Tier, das für seine durchdachten Nester bekannt ist, wurde von Mitarbeitern des Tschernobyl-Reservats gefilmt.
Das Foto wurde von der Pressestelle des radioökologischen Biosphärenreservats auf deren Facebook-Seite geteilt.
Eichhörnchen in Tschernobyl
Forschung hat gezeigt, dass Eichhörnchen wahre Architektur der Wälder sind, denn ihre Nester (genannt Kobel) sind sehr durchdacht und beeindrucken durch ihre Solidität: Sie werden aus Zweigen, Blättern und Moos hoch in den Bäumen gebaut. Innen sind sie mit Moos, Gras und zerkleinertem Rinde ausgekleidet, und lassen auch Äste aus dem Kobel nach außen herausstehen, um die Flucht vor ungebetenen Gästen zu erleichtern.
Ein Eichhörnchen kann mehrere solcher Nester haben, von denen eines dauerhaft ist. In diesem kann es 4-7 Monate leben.
Eichhörnchen mit Moos auf einem Baum. Foto: facebook.com/zapovidnyk2018Im Tschernobyl-Gebiet leben Eichhörnchen in Eichenwäldern oder verlassenen Dörfern und richten oft Nester in verlassenen Häusern ein. Der Standort für den Bau des Nests wählt das Eichhörnchen dort, wo verwilderte Nüsse wachsen.
In Wirtschaftswäldern, wo es an Höhlen mangelt, werden für Eichhörnchen Nistkästen installiert. So werden in Polen mehr als 25 Arten solcher Kästen verwendet, die nicht nur von Eichhörnchen, sondern auch von Vögeln bewohnt werden. Da die Eichhörnchenpopulation in der Ukraine lebensfähig ist, werden solche künstlichen Unterkünfte kaum genutzt.
Weitere unerwartete Funde in Tschernobyl
Neulich hielt eine Fotofalle in Tschernobyl einen riesigen, für diese Wälder seltenen Raubtieres - einen Braunbären - fest. Auch wurden im Sperrgebiet weitere ungewöhnliche Bewohner entdeckt. Die Mitarbeiter des Reservats bemerkten eine ganze Familie.
Die Sperrzone von Tschernobyl überrascht uns weiterhin mit ihrem reichen Ökosystem und der Beobachtung seltener Tiere. Der Fund des Eichhörnchens in diesem Gebiet unterstreicht erneut die Bedeutung des Naturschutzes und des einzigartigen Umfelds, selbst nach dem Ereignis, das vor mehr als 35 Jahren stattfand.
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