2700 Jahre alte Zähne verraten Stress und Ernährungsgewohnheiten von Kindern der Eisenzeit.

2700 Jahre alte Zähne verraten Stress und Ernährungsgewohnheiten von Kindern der Eisenzeit
2700 Jahre alte Zähne verraten Stress und Ernährungsgewohnheiten von Kindern der Eisenzeit

Zahnforschung in Pontecagnano

Nach Angaben von TSN.ua: In der Nähe von Salerno, genauer gesagt in Pontecagnano, haben Wissenschaftler Zähne aus rund 2700 Jahre alten Gräbern untersucht. Die Analyse liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, welchen Belastungen und Essgewohnheiten die Menschen in der Antike ausgesetzt waren. Der Forscher Roberto Germano von der Universität Sapienza in Rom untersuchte insgesamt 30 Zähne, die von zehn erwachsenen Individuen stammten.

Ergebnisse der Untersuchung

Bei 80 Prozent der Proben fanden sich auffällige Linien auf den Zähnen, die auf Wachstumsstörungen hindeuten. Dies lässt darauf schließen, dass die Kinder in jener Epoche unter erheblichem Stress litten. Die Studie dokumentiert zudem eine zweite Phase erhöhter Belastung, die sich über etwa 44 Monate erstreckte.

Die Analyse von Zahnstein ergab, dass die Nahrung der damaligen Bevölkerung aus Überresten von Getreide, Hülsenfrüchten und pflanzlichen Fasern bestand. Dadurch wird besser verständlich, was in der Eisenzeit auf den Speiseplan kam. Die Untersuchungen zeigten außerdem, dass die Kinder etwa sieben Monate gestillt wurden und die Umstellung auf feste Nahrung bis zum Alter von zweieinhalb Jahren erfolgte. Die Aussagekraft der Ergebnisse wird zwar durch die geringe Stichprobengröße – zehn Personen und fünf Zahnsteinproben – eingeschränkt, dennoch liefern sie wichtige Einblicke in das Leben jener Epoche.

Die Zahnforschung in Pontecagnano stellt einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der sozioökonomischen Lebensbedingungen und des Gesundheitszustands der Bevölkerung in der Antike dar.

Trotz der kleinen Stichprobe erweitern die Resultate das Wissen über die Ernährungsgewohnheiten und Stressfaktoren, die die Menschen in der Eisenzeit prägten. Diese Studie könnte als Grundlage für weitere archäologische und anthropologische Untersuchungen dienen, die neue Perspektiven auf die Vergangenheit der Menschheit eröffnen.


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