Chinas Wälder haben Wasser aufgenommen: Wie Milliarden von Bäumen das Klima des Landes verändert haben.

Chinas Wälder haben Wasser aufgenommen: Wie Milliarden von Bäumen das Klima des Landes verändert haben
Chinas Wälder haben Wasser aufgenommen: Wie Milliarden von Bäumen das Klima des Landes verändert haben

Nach Angaben von ТСН: In den letzten Jahrzehnten hat China zahlreiche Aufforstungsprojekte umgesetzt, um die Landdegradation und den Klimawandel zu stoppen. Eine neue Studie hat jedoch gezeigt, dass diese erheblichen Bemühungen zu unerwarteten Folgen geführt haben: Milliarden von gepflanzten Bäumen haben das Ökosystem so stark beeinflusst, dass der natürliche Wasserkreislauf verändert wurde und die Ressourcen im Land auf unerwartete Weise umverteilt wurden.

Der Preis der „Großen grünen Mauer“

Eines der bekanntesten Aufforstungsprojekte in China ist die „Große grüne Mauer“, die 1978 ins Leben gerufen wurde, um die Wüstenbildung im Norden des Landes einzudämmen. Dank dieser Initiative ist der Waldanteil in China von 10% im Jahr 1949 auf über 25% heute gestiegen, was der Fläche neuer Pflanzungen entspricht, die so groß ist wie die von Algerien.

Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass Bäume nicht nur den Boden halten, sondern auch aktiv Wasser verbrauchen. Diese Wälder haben tiefreichende Wurzeln, die Feuchtigkeit aus dem Boden aufnehmen, die dann über die Blätter in die Atmosphäre verdampft (dieser Prozess wird Transpiration genannt). Forscher stellten fest, dass die massenhafte Aufforstung diesen Prozess erheblich verstärkt hat, was zu einem Verlust der Bodenfeuchtigkeit auf lokaler Ebene führte.

Wohin ist das Wasser verschwunden?

Die Analyse der Daten aus dem Zeitraum von 2001 bis 2020 hat einen besorgniserregenden Trend aufgezeigt: In der östlichen Monsunregion und der nordwestlichen trockenen Zone, die 74% des chinesischen Territoriums ausmachen, ist die Verfügbarkeit von Süßwasser zurückgegangen.

Dieses Paradoxon besteht darin, dass, obwohl der Wasserkreislauf aktiver geworden ist, das Wasser nicht immer dorthin zurückkehrt, wo es verdampft ist. Winde können Feuchtigkeit bis zu 7000 Kilometer weit transportieren.

Daher hat nur die Tibetische Region profitiert, wo die Niederschläge und die Wasserversorgung zugenommen haben. Andere Gebiete, in denen die Mehrheit der Bevölkerung lebt und landwirtschaftliche Flächen vorhanden sind, sehen sich einem Mangel an Wasserressourcen gegenüber. Wissenschaftler warnen, dass zukünftige Aufforstungspläne diese Situation berücksichtigen sollten, um die Wasserversorgung für die Menschen und den Agrarsektor nicht zu erschweren.

Es sei daran erinnert, dass auch in der Ukraine massive Aufforstungen stattfinden - es sind 40 Milliarden junger Pflanzen entstanden. Nach der Sprengung des Kachowsker Wasserkraftwerks wird der Auwald wiederhergestellt, obwohl gleichzeitig einzigartige Arten des Dnipro bedroht sind.

Studien zeigen, dass ökologische Initiativen, die darauf abzielen, den Zustand der Umwelt zu verbessern, unvorhergesehene Folgen haben können. Dies weist auf die Notwendigkeit einer sorgfältigen Planung und Überwachung solcher Projekte hin, um die Wassersituation in den Ländern, die sie umsetzen, nicht zu verschlechtern. Die Situation in China dient anderen Regionen als Lektion, die ähnliche Strategien zur Wiederherstellung natürlicher Ressourcen einführen möchten.


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