Heiligabend in der Ukraine: Wie man 12 Fastenspeisen richtig zubereitet und Traditionen wiederbelebt.

Heiligabend in der Ukraine: Wie man 12 Fastenspeisen richtig zubereitet und Traditionen wiederbelebt
Heiligabend in der Ukraine: Wie man 12 Fastenspeisen richtig zubereitet und Traditionen wiederbelebt

Nach Angaben von ТСН: Modernen Familien wird eine wunderbare Möglichkeit geboten, alte ukrainische Weihnachtsbräuche wiederzubeleben, sich an die Symbole ihrer Vorfahren zu erinnern und 12 Fastenspeisen zuzubereiten, die traditionell den ukrainischen Heiligabend begleiten.

Vorbereitung auf den Heiligabend: Grundlegende Traditionen und Rituale

Vor dem Heiligabend wurde das Haus gründlich gereinigt, mit gestickten Handtüchern und Papierfiguren geschmückt, und der Boden wurde mit Heu oder Stroh bestreut, was die Futterkrippe symbolisierte und Fruchtbarkeit brachte. Eines der wichtigsten Attribute war der Dедych — ein festlicher Garbe aus Weizen oder Roggen, in dem, gemäß dem Glauben, die Seelen der Vorfahren lebten. Der Hausherr brachte den Dедych feierlich ins Haus, womit der Heiligabend begann.

Die Tradition, den Dедych herzustellen, wird wiederbelebt: Die Ukrainer schaffen ihn erneut aus verschiedenen Getreidesorten, dekorieren ihn mit Bändern und verwenden ihn als Hauptsymbol des Weihnachtszyklus.

Die Hausfrau bereitete die Gerichte für den Heiligabend den ganzen Tag lang vor. Es war wichtig, gut gelaunt zu sein und einen sauberen Ofen zu haben. Am Vorabend versuchte man, kein Messer zu benutzen, um „das Glück nicht abzuschneiden“ — alle Gerichte wurden am Vortag zubereitet. Konflikte waren verboten: Bis zum Heiligen Abend musste man sich mit allen versöhnen, damit Frieden im Haus für das ganze Jahr herrschte.

Der Hausherr machte in dieser Zeit einen Rundgang durch den Hof, kümmerte sich um das Vieh und führte Schutzrituale durch. Tiere durfte man nicht schlagen oder erschrecken — man glaubte, dass dies die Familie von Nachkommen berauben könnte. Sie wurden mit Brotkrumen gefüttert. Zum Schutz des Hauses vor bösen Mächten verwendete man Knoblauch, bittere Kräuter oder geweihten Mohn. Um eine gute Ernte von den Bäumen zu gewährleisten, wurde das Ritual des „Erschreckens“ durchgeführt — symbolisch mit einer Axt drohen, wonach die Bäume mit einem Strohhut „geschützt“ wurden.

Heiligabend-Menü: 12 Fastenspeisen, der erste Stern und familiäre Einheit

Am Heiligabend hielt man strikten Fasten, und am Abend, nach dem Gottesdienst, musste die ganze Familie zu Hause sein. Dies war das Hauptgesetz des ukrainischen Heiligabends — niemand durfte am Tisch fehlen, der die Einheit der Familie symbolisierte. Laut dem Volksglauben nahmen auch die Seelen der Verstorbenen am Abendessen teil, deshalb stellte man manchmal auch Geschirr für sie bereit.

Auf den festlichen Tisch wurde Heu oder Stroh ausgelegt. Ein obligatorisches Attribut war eine Wachskerze: Eine gleichmäßige Flamme versprach ein gutes neues Jahr, während eine flackernde — Sorgen oder Unglück. In einigen Regionen legte man ein eisernes Werkzeug unter den Tisch — einen Schutz für Gesundheit und Wohlstand.

Das Abendessen begann, wenn der erste Stern — das Zeichen des Sterns von Bethlehem. Man glaubte, dass derjenige, der ihn als Erster sieht, im neuen Jahr am glücklichsten sein wird.

Kutya: Bedeutung, Traditionszubereitung und moderne Rezepte

Das Hauptgericht des Heiligabends ist Kutya. Genau dieses Gericht isst man als erstes. Traditionell wird Kutya aus Weizen, Honig und Mohn zubereitet. Den Weizen rührte man beim Kochen nicht um, damit die Ernte gut wäre.

Heute sind die Rezepte für Kutya vielfältiger geworden: Man fügt Nüsse, Rosinen, getrocknete Aprikosen, Feigen hinzu, und bei der Zubereitung kann man Reis, Bulgur oder Gerste verwenden. Doch ihre symbolische Bedeutung — die Einheit der Familie und der Segen für das kommende Jahr — ist unverändert geblieben.

Früher wurde Kutya aus einer Schüssel gegessen, und der erste Löffel wurde an die Decke geworfen. Je mehr Körner kleben blieben, desto erfolgreicher sollte das Jahr sein. Kutya zusammen mit Kompott stellte man in die Ecke und „rief den Frost“, damit er die Sämlinge nicht schädigte.

Was noch am Heiligabend zubereitet wird

Das Menü von 12 Fastenspeisen umfasst normalerweise:

  • Fisch (gebacken, gebraten, in Borschtsch oder Gelee),

  • Bohnen, Bohnenpüree oder Pierogi mit Bohnen,

  • Champignons (eingelegt, in Pierogi, Palatschinken oder Suppe),

  • geschmorter oder saurer Kohl,

  • Pierogi mit Kohl, Kartoffeln oder Mohn,

  • Knoblauchbrötchen, Kuchen, Brot,

  • gebackene Kartoffeln, Rote-Bete-Salat,

  • Kompott aus getrockneten Früchten.

Diese Fastenspeisen sind traditionell für verschiedene Regionen der Ukraine und bleiben es auch heute. Nach dem Abendessen wurde das Essen nicht aufgeräumt und die Speisen wurden für die Seelen der Vorfahren stehen gelassen.

Darüber hinaus wurde das Essen geteilt: Kinder brachten Leckereien zu den Großeltern und Paten, und diese wiederum beschenkten sie. Dieser Austausch symbolisierte die Verwandtschaft der Familien und gute Wünsche.

Heiligabend-Lieder und Krippe: Weihnachtsbräuche, die bis heute erhalten geblieben sind

Ein wesentlicher Bestandteil des Heiligabends in der Ukraine ist Heiligabend-Lieder singen. Kinder und Jugendliche gehen von Haus zu Haus, singen Lieder, gratulieren den Gastgebern und bringen den Weihnachtsstern mit. Dafür werden sie mit Süßigkeiten oder Geld belohnt.

Alte ukrainische Überzeugungen besagen, dass die Köländer ein Symbol der Vorfahren sind, und ihre Lieder und Wünsche bringen Glück und Ernte ins Haus.

Ein weiterer wichtiger Weihnachtsbrauch ist die lebende Krippe, eine theatrale Aufführung über die Geburt Jesu Christi. Die Teilnehmer verwandeln sich in biblische Figuren und schaffen eine besondere Weihnachtsatmosphäre.

Die Weihnachtsbräuche in der Ukraine waren immer wichtig für die Familie, da sie die Menschen um ewige Werte und Bräuche versammeln. Der Heiligabend und die Vorbereitungen darauf gewährleisten die Verbindung der Generationen und ermöglichen die Weitergabe des kulturellen Erbes an die Nachfolgenden. In dieser Zeit feiert man nicht nur das Fest, sondern hält auch Bräuche ein, die Einheit, Liebe und Fruchtbarkeit in der Familie fördern.

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