Am Rhein wurde ein einzigartiges mittelalterliches Siegel gefunden: Was das Artefakt erzählt.

Am Rhein wurde ein einzigartiges mittelalterliches Siegel gefunden: Was das Artefakt erzählt
Am Rhein wurde ein einzigartiges mittelalterliches Siegel gefunden: Was das Artefakt erzählt

Nach Angaben von ТСН: Die planmäßigen Arbeiten auf dem Grund des Rheins im Bereich der Pfalzterrasse in Basel brachten den Archäologen eine unerwartete Entdeckung: ein hervorragend erhaltenes Siegel des Kantors des Basler Doms Rudolf Kraft, der Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts diente. In der Nähe wurden antike römische Münzen und Überreste einer Flussinfrastruktur aus dem 19. Jahrhundert gefunden.

Fund und seine Bedeutung

Das Siegel, dessen Durchmesser fast 5 Zentimeter beträgt, wurde während einer Untersuchung des Flussbetts entdeckt. Auf dem bronzenen Artefakt ist deutlich die Inschrift „ECCELESIA BASILIENSIS – SIGILLUM RUDOLFI CANTORI“ zu erkennen, ebenso wie das persönliche Zeichen von Rudolf Kraft, der von 1296 bis 1305 als Kantor des Basler Doms tätig war. In der mittelalterlichen Kirchenhierarchie war der Kantor eine wichtige Figur, die für den liturgischen Gesang, die Ausbildung des Klerus und die Verwaltungsangelegenheiten des Doms verantwortlich war.

Experten weisen darauf hin, dass es eine große Seltenheit ist, ein so gut erhaltenes Siegel im Wasser zu finden. Dieses Artefakt wird helfen, die Geschichte des Domkapitels besser zu verstehen und enthält wertvolle Informationen über die Kirchenverwaltung in Basel vor mehr als 700 Jahren.

Weitere archäologische Funde

Während der gleichen Arbeiten stießen die Archäologen auch auf mehrere römische Münzen, darunter eine silberne Silikva des Kaisers Gratian, die Ende des 4. Jahrhunderts geprägt wurde. An diesem Standort gab es auch zuvor ähnliche Funde: Während des winterlichen Wasserrückgangs in den Jahren 1932-1933 wurden hier über fünfhundert römische Münzen und Dutzende von mittelalterlichen Gegenständen gefunden.

Die Forscher entdeckten auch Überreste einer Infrastruktur aus dem 19. Jahrhundert: Fragmente des ersten städtischen Freiluftbades Pfalzbad, das 1831 eröffnet wurde, sowie einen metallenen Pfahlfuß, der Konstruktionen über Wasser stützte. Diese Funde belegen, wie sich die Rolle des Flusses im Laufe der Jahrhunderte vom Handelsweg zum Erholungsgebiet für die Anwohner verändert hat.

Technologien für die Forschung

Für die Arbeit unter schwierigen Unterwasserbedingungen nutzte das Team moderne Technologien wie Kameras, Drohnen und Metalldetektoren. Dies ermöglichte es, fragile Artefakte sicher zu bergen.

Die gesammelten Objekte – von römischen Münzen über das Siegel des Kantors bis zu den Überresten des ersten städtischen Bades – zeigen, wie reich die Geschichte eines einzigen Flussbettes sein kann. Die Archäologen betonen, dass das Gebiet unter der Pfalz einer der wertvollsten unterwasserarchäologischen Orte in der Schweiz bleibt.

Wir erinnern daran, dass kürzlich eine Gruppe von Wissenschaftlern das Geheimnis mysteriöser Gruben aufdeckte, die in der Nähe von Stonehenge, dem bekanntesten megalithischen Bauwerk Großbritanniens, gefunden wurden. Diese Ermittlungen zeigen, wie wichtig archäologische Forschung für das Verständnis unserer Vergangenheit und die Entwicklung von Zivilisationen sein kann.


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