Römische Medizin aus Fäkalien: Pergamon-Fund gibt Einblick in antike Heilkunst.

Römische Medizin aus Fäkalien: Pergamon-Fund gibt Einblick in antike Heilkunst
Römische Medizin aus Fäkalien: Pergamon-Fund gibt Einblick in antike Heilkunst

Eine ungewöhnliche Entdeckung in Pergamon

Nach Angaben von TSN.ua: Bei Ausgrabungen in der türkischen Stadt Pergamon stießen Archäologen auf die Überreste eines römischen Heilmittels, das auf menschlichen Exkrementen basierte. Diese Fund bestätigt eine höchst unkonventionelle medizinische Praxis aus der Zeit des Römischen Reiches. Eine Studie im Journal of Archaeological Science: Reports legt dar, dass solche Substanzen bereits im 2. Jahrhundert nach Christus zu medizinischen Zwecken verwendet wurden.

Das Artefakt präsentierte sich als Glasgefäß mit 15 Gramm einer bräunlichen Substanz, die versteinerte Fäkalien enthielt. Analysen ergaben, dass die Bestandteile auf eine allesfressende, dem menschlichen identische Ernährung hindeuten. Dieser Befund erlaubt Forschern einen tieferen Einblick in die Heilkunst der Antike, insbesondere in die Anwendung von Ausscheidungen als Arznei.

Hintergrund in der antiken Medizinlehre

Bekannt ist, dass der berühmte Arzt und Philosoph Galen von Pergamon in seinen Schriften über 25-mal die medizinische Nutzung von Exkrementen erwähnte. Die Archäologen gehen nun der Frage nach, welche Leiden mit diesem ‚Elixier‘ behandelt wurden. Es wird vermutet, dass das Mittel möglicherweise gegen folgende Beschwerden eingesetzt wurde:

  • Infektionskrankheiten
  • Entzündliche Prozesse
  • Probleme der reproduktiven Gesundheit

Diese Funde und ihre Untersuchung erweitern nicht nur das Wissen über die Heilkunde im Römischen Reich, sondern eröffnen auch neue Perspektiven für die archäologische Forschung. Sie werfen ein Schlaglicht auf antike Behandlungsmethoden, die trotz ihrer Befremdlichkeit einst weit verbreitet waren.

„Der Fund in Pergamon unterstreicht die Komplexität und Vielfalt medizinischer Praktiken in der antiken Welt sowie ihre enge Verflechtung mit dem Alltagsleben.“ — Quelle: Journal of Archaeological Science: Reports

Die Erforschung der Medizingeschichte kann moderne Wissenschaftler dazu anregen, vergessene Therapieansätze neu zu bewerten, die vielleicht sogar für die heutige Medizin von Interesse sind. Entdeckungen wie diese motivieren zu weiteren Untersuchungen archäologischer Relikte, die das medizinische Wissen und Handeln alter Zivilisationen entschlüsseln helfen.


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