Armeniens Bruch mit Moskau und Annäherung an Baku: Das sind Paschinjans drei strategische Ziele.
Neuausrichtung der armenischen Außenpolitik
Nach Angaben von UATV: Ministerpräsident Nikol Paschinjan treibt einen radikalen Kurswechsel voran: Armenien will sich von Russland lösen, die Zusammenarbeit mit der EU vertiefen und gleichzeitig ein Friedensabkommen mit Aserbaidschan schließen. Diese Neuausrichtung findet vor dem Hintergrund eines angespannten Verhältnisses zu Moskau statt, das bereits als hybrider Kriegszustand beschrieben wird. Allein in Russland leben rund zwei Millionen Armenier – eine Zahl, die die enge historische Bindung zwischen beiden Ländern unterstreicht und die Risiken des geplanten Schwenks verdeutlicht.
Drei zentrale Aufgaben hat sich Paschinjan für sein Land gesetzt:
- Die Loslösung von Russland vorantreiben.
- Ein Friedensabkommen mit Aserbaidschan unterzeichnen.
- Eine möglichst enge Anbindung an die Europäische Union erreichen, um neue Märkte zu erschließen und wirtschaftliche Härten für die Bevölkerung abzufedern.
Der Direktor des Zentrums für Nahoststudien, Ihor Semywolos, ordnet die Lage ein:
„Die Logik der Russen ist: Was in Georgien funktioniert hat, muss auch in Armenien funktionieren.“
Diese Einschätzung verweist auf die erheblichen Risiken und Herausforderungen, die mit der geplanten außenpolitischen Wende verbunden sind. Armenien steht damit an einem Scheideweg: Die Entscheidungen der kommenden Monate könnten die Zukunft des Landes grundlegend verändern. Unter Paschinjans Führung sucht die Regierung nach neuen Wegen für Entwicklung und internationale Kooperation, während sie gleichzeitig die schwelenden Konflikte mit Russland und den Nachbarstaaten bewältigen muss.
Auswirkungen auf die gesamte Region
Die Neuausrichtung Armeniens hat das Potenzial, weit über die bilateralen Beziehungen zu Russland hinauszuwirken und die Stabilität im gesamten Südkaukasus zu beeinflussen. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage wäre ein erfolgreicher Friedensschluss mit Aserbaidschan ein entscheidender Schritt hin zu dauerhaftem Frieden in der Region. Eine engere Anbindung an die EU könnte Armenien neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen, gleichzeitig aber die Spannungen mit Moskau weiter verschärfen.
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